Kairo und Gizeh: Museen, Pyramiden, Sphinx

19:00 | | No Comment

Reise zu den ägyptischen Pharaonen und ihrer magischen Schätze

Wir landen am Airport von Kairo. Unser Shuttle-Bus müht sich trotz später Abendzeit durch den immer noch dichten Verkehr. Autos, Mopeds, Busse und Eselskarren, alle drängen sich durch die Hauptschlagader der Ring Road. Es ist ein immenses Tohuwabohu und Gehupe. Fahrbahnspuren gibt es nicht, es ist eine Art Einfädelungssystem, die die Fahrzeuge benutzen. Die Mega-Stadt Kairo mit 20 Millionen Einwohnern (so wird geschätzt) erscheint im Verkehr zu ersticken, kurz vor dem Kollaps, aber irgendwie kommt man auch im Chaos voran. Mit Geduld und einem ruhigen Fahrer gelangen wir zu den grandiosen Sehenswürdigkeiten in Kairo und Gizeh.

Was sind die kulturellen Highlights von Kairo und Gizeh?

Wir wollen uns einen Überblick über die reiche Vielfalt und jahrtausendealte ägyptische Kultur verschaffen. Das gelingt am besten in den beiden bedeutendsten Museen.

Kairo – Ägyptische Museen

Das Ägyptische Museum ist das älteste archäologische Museum im Nahen Osten. Es beherbergt die größte Sammlung pharaonischer Antiquitäten weltweit. Das Museum besteht seit 1902 und zählt zu den historischen Wahrzeichen in der Innenstadt von Kairo. Dort sind einige der prächtigsten antiken Meisterwerke der Welt zu bewundern.

Gebäude des Ägyptischen Museums in Kairo

Darunter eine umfangreiche Sammlung, die von der prädynastischen Zeit bis zur griechisch-römischen Zeit reicht. Zu den unvergleichlichen Kollektionen gehören die vollständigen Bestattungen von Yuya und Thuya, Psusennes I. und die Schätze von Tanis sowie die Narmer-Palette zum Gedenken an die Vereinigung von Ober- und Unterägypten unter einem König. Es sind Artefakte von unschätzbarem Wert, denen man als Besucher begegnet und man kommt aus dem Staunen nicht heraus!

Das Museum beherbergt auch die prächtigen Statuen der großen Könige Khufu, Khafre und Menkaure, die Erbauer der Pyramiden auf dem Gizeh-Plateau. Eine umfangreiche Sammlung von Papyri, Sarkophagen und Schmuck vervollständigt dieses weitläufige Museum.

Hinweis: wer das Ägyptische Museum besucht, muss mit einem Massenandrang rechnen. Schon am Vormittag stürmen Touristengruppen mit ihren Guides das Gebäude und im Inneren herrscht chaotisches Gedränge. Die Räume sind nicht klimatisiert und die Luft kann ganz schön heiß und stickig sein.

Ganz anders verhält es sich im neuen, modernen und voll klimatisierten National Museum of Egypt Civilization.

Steinfassade des National Museum Egypt Civilization Kairo

Mein TOP Tipp

Spezial-Tipp Neues Museum NMEC
Mein besonderer Tipp ist das neu eröffnete National Museum of Egypt Civilization mit sensationeller Präsentation von königlichen Mumien und 50.000 Artefakten. Das Neue Ägyptische Museum ist eine Attraktion!

Nach den imposanten Eindrücken der Museumsbesuche geht es von Kairo hinaus nach Gizeh. Mit über 4 Millionen Einwohnern gehört sie zur Metropolregion Kairo und ist die drittgrößte Stadt Ägyptens. Allerdings ist unser Ziel nicht die Stadt selbst, sondern vielmehr das Plateau von Gizeh. Reiseagenturen oder Hotels vorort bieten organisierte Tagesausflüge mit dem Bus an. Diese bringen Touristen direkt zu den bedeutendsten Kulturerbestätten.

Gizeh – Pyramiden und Sphinx

Am Rande der Stadt inmitten der Wüste liegt der spektakuläre Höhepunkt unserer Reise – die Pyramiden von Gizeh. Sie zählen zu den sieben Weltwundern der Antike. Monumental tauchen sie vor unseren Augen auf, in der Weite der kargen Ebene, die Spitze in den blauen Himmel ragend.

in the middle of nowhere

Die große Cheops-Pyramide von Gizeh inmitten der wüsten Landschaft – eines der größten Bauwerke der Antike steht vor uns. Nach 5000 Jahren beeindruckt sie wohl jeden Besucher und man fragt sich, wie dieses gigantische Bauwerk von Menschenhand erbaut werden konnte?

die Pyramiden zählen zu den sieben Weltwundern

Erbauung der Pyramiden

Cheops war ein König, ein Pharao der von 2.620 – 2.580 v. Chr. regierte. Er ließ sich schon zu Lebzeiten die nach ihm benannte Pyramide als Grabmal erbauen. Zehntausende Arbeiter waren an der Erbauung beteiligt. Am Rand von Kairo entdeckte man eine antike untergegangene Stadt am Plateau von Gizeh, in der Nähe der Pyramide gelegen. Diese Ansiedlung dürfte einzig und allein nur zur Versorgung der Arbeiter gedient haben.

Kamele in der Wüste bei der Pyramide von Gizeh
Touristen können auf dem Kamel reiten

Die Cheops-Pyramide ist ein technisches Wunderwerk. Die Basis bildet ein Quadrat mit 230m Seitenlänge. Sie wiegt etwa 6 Millionen Tonnen und ist 4500 Jahre alt. Mit einfachen Werkzeugen wurden die Steinblöcke behauen und zusammengesetzt. Sie ist ein Wunder an Perfektion mit exakter Ausrichtung.

In ihr spiegelt sich die Übereinstimmung des Pharaos mit dem Sonnengott Re wider. Die alten Ägypter glaubten an das ewige Leben. Die große Pyramide und das Grab im Inneren waren das Symbol für die Auferstehung des Königs. In ihr sind 3 Kammern eingebaut. Im Herzen der Pyramide befindet sich die Königskammer mit einen Sarkopharg aus einem einzigen Granitblock. Der Bau stellte die Baumeister vor eine außergewöhnliche Herausforderung. Darüber liegen noch 5 Entlastungskammern mit einem Giebeldach. Die Mumie von Pharao Cheops wurde nie gefunden. Wahrscheinlich wurde sie schon vor langer Zeit von Grabräubern geraubt oder der Körper wurde wo anders begraben. Seine gigantische Pyramide überragt jedenfalls alles.

Sound & Light Show

Besonders beeindruckend ist der Besuch bei Sonnenuntergang. Dann tauchen die Pyramiden in ein magisches Licht. Bei einer Sound & Light Show erwachen sie zu einem neuen Leben und wir erfahren die mehr über die geheimnisvolle Geschichte. Es ist eine eindrucksvolle Atmosphäre im Dunkel der ägyptischen Wüste.

Der Bau der Pyramiden

4 Monate im Jahr war das Land durch den Nil, die Lebensader Ägyptens, überflutet. Wenn der Nil anstieg, wurden Bassins und Wasserkanäle als Transportwege für die Steinblöcke bis zu den Pyramiden-Baustellen benutzt. Die alten ägyptischen Schiffe wurden mit Seilen anstatt Nägeln zusammengefügt. So konnten die Schiffe zerlegt werden und an anderer Stelle wieder zusammengesetzt werden. Das bedeutete eine ungeheure logistische Herausforderung für den Transport der Steinblöcke. Millionen Tonnen von Steinen mussten von den Steinbrüchen an die Baustelle transportiert werden. Die Steinblöcke wurden dann von den Schiffen aus auf Holzschlitten transportiert. Alle Elemente der Pyramide wuchsen gleichzeitig in die Höhe. Die Baumeister bildeten Rampen und Aufschüttungen. Das war zu einer Zeit, als in Ägypten das Rad noch nicht bekannt war. Die Pyramide hatte eine große kultische Bedeutung. Die Bauzeit betrug ca. 30 Jahre.

Es gibt noch eine weitere faszinierende Sehenswürdigkeit auf dem Plateau.

Sphinx von Gizeh

Die Sphinx ist ein Mischwesen aus Kalkstein erbaut. Das Monument ragt 20m aus dem Sand und stellt den liegenden Körper eines Löwen mit dem Kopf eines Menschen dar. Was es bedeutet, ist nicht wirklich bekannt. Die Nase und der Kinnbart sind abgebrochen. Im 14. Jhdt. hat ein tiefreligiöser, fanatischer Scheich diese abgeschlagen.

die Sphinx von Gizeh in Ägypten

Die Reise geht noch weiter, den Nil entlang von Kairo im Norden (Unterägypten) in den Süden nach Oberägypten. Aber das ist eine andere Geschichte! Also Fortsetzung folgt demnächst auf diesem Blog.

Nur zur Orientierung: der Nil ist der längste Fluss der Welt mit einer Länge von ca. 6.650 km Länge. Er fließt von Süden nach Norden durch Ägypten. Den Fluss hinauf zureisen, heißt demzufolge nach Luxor und nach Assuan.

Einreise – Visa – Geld – Flug

Einfachvisum € 25,- gültig für 1 Monat. Es ist nicht notwendig dieses schon vor der Einreise zu beantragen (dauert mindestens 7 Tage), es geht recht einfach und unkompliziert bei der Einreise am Flughafen, es muss kein Formular ausgefüllt werden. Von Wien aus gibt es Nonstop-Flüge mit Austrian Airlines und Egyptair. Die Flugzeit Wien-Kairo beträgt ca. 3,5 Std.

Tipp: das Zahlen mit Euro und US-Dollar ist neben der heimischen Währung dem ägyptischen Pfund sehr gängig und willkommen, da man an Devisen interessiert ist.

Mein Buch-Tipp für Reisende und Orient-Liebhaber oder alle, die sich gerne von ungewöhnlichen Persönlichkeiten und ihrer Geschichte faszinieren lassen.

Buch Cover

Der Mann, der den Orient-Express erfand – davon handelt das Buch „Monsieur Orient-Express“ des österreichischen Autors Gerhard J. Rekel (Verlag Kremayr & Scheriau). Agatha Christie’s „Mord im Orient-Express“ und Hollwood machten ihn zum Mythos. Georges Nagelmacker war der „König der Züge“ im 19. Jahrhundert. Er war der große Visionär, der den legendären Orient-Express und weitere bedeutende Nachtzugverbindungen durch ganz Europa erfand. Es ist eine atemberaubende Erfolgsgeschichte, die auch Zeiten des Scheiterns und Kämpfens um seine große Liebe nicht ausschließt. – Mein Fazit: spannend und voller Faszination. Ich habe das Buch während meiner Ägypten-Reise gelesen. (Buch-Cover Verlag Kremayr & Scheriau).

Text und Fotos Kairo Gizeh copyright by Sissi Munz

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