Eine Kulturhauptstadt wird wachgeküsst!

11:00 | | Comments 4

Košice, die Kulturhauptstadt 2013, erwacht aus ihrem Dornröschen-Schlaf. Neue Direktverbindungen machen es leicht, diese liebenswerte Stadt und die ostslowakische Region zu entdecken. Tipps für kulturelle Sehenswürdigkeiten und spannende Ausflugsziele in eine touristisch noch kaum bekannte Region.

(*Pressereise, unbezahlte Werbung*)

Eine Region will touristisch entdeckt werden

Die Slowakei ist ein kleiner, noch junger Staat. Früher war sie ein Teil der Tschechoslowakei. Seit 1993 ist sie eine eigenständige Republik. Das Land ist in weiten Teilen vom Tourismus noch unentdeckt, wenn man von wenigen Zentren absieht: beispielsweise der nahe Wien gelegenen Hauptstadt Bratislava. Vielleicht kennt der ein oder andere auch noch das Wintersportgebiet in der Tatra. Aber wer kennt die slowakische Kulturhauptstadt?

Eine Kulturhauptstadt wird wachgeküsst! Reisen per Flug

Eine Pressereise führte mich als Teilnehmerin einer österreichischen Journalistengruppe in die Ost-Slowakei. Denn dort liegt immerhin die zweitgrößte Stadt des Landes! – Košice (deutsch Kaschau) hat ca. 240.000 Einwohner. Sie ist nicht weit von der ungarischen Grenze entfernt. Zudem hat die Stadt eine wichtige Funktion für den Ost-West-Verkehr. Dieser verläuft von Italien über Österreich in die Slowakei, weiter in die angrenzende Ukraine und verbindet damit Russland. Die Reise war eine wunderbare Gelegenheit nicht nur diese Stadt als neuen kreativen Kultur-Hotspot, sondern auch die reizvolle umliegende Region kennenzulernen.Eine Kulturhauptstadt wird wachgeküsst!

We support creativity

Im Jahr 2013 war es soweit! Der Stadt Košice wurde der Titel Kulturhauptstadt Europas verliehen. Das war nicht nur eine Auszeichnung, sondern vorallem eine Herausforderung. Denn es galt neue Möglichkeiten zu nützen um das kulturelle Leben weiter zu entwickeln. Es war der starke Wille, das kreative Zukunftspotential der multikulturellen Stadt auszuschöpfen. Im Sinne der Hauptbotschaft von Kosice „We support creativity!“ beschritt man neue Wege um dies nachhaltig zu verankern. Gleichzeitig wuchs damit das Interesse des Individual-Tourismus, der nun durch ausgezeichnete Direktverbindungen mit Bahn und Flugzeug (mehr darüber unten in den Tipps) erleichtert und verstärkt wird. Man kann also sagen, …

Die Kulturhauptstadt ist erwacht

Das Altstadt-Zentrum von Košice (oben auf dem Bild zu sehen) wird von einem 1500 Meter langen Wasserlauf durchzogen. Beiderseits verlaufen die Straßenbahnschienen. Allerdings wurde die Tramway eingestellt, denn die Innenstadt hat man gänzlich zur Fußgängerzone gemacht. Dort spielt sich das gesellschaftliche Leben ab. Den Mittelpunkt bildet ein gepflegter Park. Die Bewohner bleiben am Leucht-Wasserbrunnen stehen um den Wasserfontänen zuzusehen wie sie zum Takt der Begleitmusik in die Höhe spritzen. Eine Kulturhauptstadt wird wachgeküsst!Die umliegenden Gebäude sind dann ganz in das bunte Licht des Brunnens getaucht. Ein faszinierendes Farbenspiel, dem man am Abend auch wir als Besucher gerne zuschauen!Košice ist eine Universitätsstadt und so sind stets viele junge Menschen gegenwärtig, An warmen Abenden ist das Flanieren und der Besuch der zahlreichen Lokale und Cafés ein Muss. Eine Kulturhauptstadt wird wachgeküsst!Alles trifft sich im Zentrum und sitzt gesellig im Freien zum Plaudern. Angenehm auffällig, die Leute unterhalten sich angeregt und starren nicht unentwegt auf ihre Handys. Kommunikation findet hier also noch aktiv statt!

Kultur: von opulent bis bunt

Uns interessierte vor allem das kulturelle Angebot der Stadt. Da gibt es eindrucksvolle Highlights, von Hochkultur bis zur modernen Alternativ-Kultur. Das Staatstheater ist eine Sehenswürdigkeit von außen und innen. Das historische Gebäude im Art Deco Stil wurde um die Jahrhundertwende gebaut. Es ist ein opulenter Bau, der schon allein durch seine pompöse Innen-Dekoration überwältigt. Das Theater ist auch Aufführungsort für Ballett und Oper. Ich ließ mir einen Opern-Abend nicht entgehen: eine wunderbare Aufführung von „Don Giovanni“ von Wolfgang A. Mozart. Ich habe es nicht bereut! Die Ticketpreise sind sehr günstig, von ca. € 4,- in der 3. Kategorie bis ca. € 15,- in der teuersten Preisklasse.

Eine Kulturhauptstadt wird wachgeküsst!

Bunte Vielfalt der Alternativ-Kultur

Die Ernennung zur Kulturhauptstadt bot die Gelegenheit aus der ursprünglich industriellen Stadt Schritt für Schritt eine spannende Basis für junge, innovative Kreativität zu schaffen. Dank der Investitionen und Fördergelder hat die Stadt angefangen industrielle und militärische Objekte für Kulturzwecke umzugestalten. Dafür gab es mehrfach internationale Auszeichnungen und Preise. Beispielsweise wurden aus ehemaligen Kasernen Multi-Genre-Kulturzentren und Kulturparks geschaffen. Unter dem Namen Kasárne/Kulturpark dient dieser Ort mit der neuen Kunsthalle der Präsentation zeitgenössischer Kunst.

Im Mai 2015 wurde in der stillgelegten Tabakfabrik ein neues, unabhängiges Kulturzentrum eröffnet, die Tabačka Kulturfabrik. Für dieses neue Kreativ-Projekt nahmen sich die Verantwortlichen die Stadt Linz als Vorbild. Daraus entwickelte sich ein buntes Zentrum für alle Sparten kultureller Aktivitäten und künstlerischer Produktionen. Beeindruckend ist die Vielfalt des angebotenen Programms und die moderne Ausstattung der Veranstaltungssäle. Ein trendiges Bistro versorgt die Besucher mit Gastronomie. Die Kulturfabrik ist mittlerweile ein beliebter Treffpunkt für alle Altersgruppen geworden. Außerdem trägt es zur Nachbarschafts-Belebung bei.

Eine Kulturhauptstadt wird wachgeküsst!

Der slowakische Goldschatz

Ein ganz anderes Kultur-Highlight ist der Goldschatz von Košice. Er befindet sich im Ostslowakischen Museum im Untergeschoss des Museums. Gut behütet lagert er in einem unterirdischen Tresor. Durch die schwere niedrige Tresortüre betritt man den Schatz-Raum. Aus den Glasvitrinen glänzen dem Besucher Goldmünzen entgegen. Die Sammlung enthält 2920 Münzen aus dem 15.-17. Jahrhundert. Sie stammen aus 81 europäischen Münzstätten. Das Gesamtgewicht beträgt insgesamt 11 kg Gold. Im Jahr 1935 wurde der Schatz zufällig unter einer Straße entdeckt. Es handelt sich dabei um den größten nationalen Schatz, der je in der Slowakei entdeckt wurde. – Bilder zum Vergrößern anklicken.

Nicht nur die Kulturhauptstadt sondern auch die umliegende Region hat Schönheiten und Interessantes zu bieten. Dazu gehört ein UNESCO Welterbe. Das sollte man sich nicht entgehen lassen! Daher habe ich hier noch interessante Ausflugs-Tipps für die Region um Košice:

Wandern im Slowakischen Karst

Wir fuhren ca. 70 km zum Nationalpark Slowakischer Karst und wanderten durch die Wälder auf die Anhöhe mit wundervollem Ausblick über das Gebiet. Unsere Journalisten-Gruppe war in Begleitung eines Rangers unterwegs, der uns viel Interessantes über das Karst-Gebiet, seine Flora und Fauna erzählen konnte. Es ist empfehlenswert, so eine Wanderung in Begleitung eines ortskundigen Rangers zu machen. Er kennt den besten und sichersten Weg. Bei dieser Wanderung begegneten wir historisch-kulturellen Spuren, den Überresten eines einstigen Verteidigungswalls.

Eine Kulturhauptstadt wird wachgeküsst!

Unterirdisch im Höhlen-Labyrinth

Anschließend begaben wir uns auf den Spuren der Jungsteinzeit und zu den Fledermaus-Populationen in die Domica Höhle, eine der größten begehbaren Höhlen in einem riesigen Höhlensystems. Es befindet sich ca. 95 km von Košice entfernt, im südöstlichen Teil des Karstgebietes Slovenský Kras. Der Höhleneingang befindet sich auf 340 m über dem Meeresspiegel. Besucher können zwei Rundwege wählen. Der längere ist 1180m (Dauer 60 Minuten), die kürzere Tour 780m lang (45 Minuten).

Es ist ein Eintauchen in eine magische Unterwelt. Große geräumige Dome mit einem Kaskadensee, der das Römische Bad genannt wird; umgeben von Tropfsteinen, zwiebelförmigen Stalaktiten und pagodenförmige Stalagmiten. Archäologische Funde zeugen davon, dass an dem Ort vor 5000-6000 Jahren Menschen lebten. Eine lebendige Besonderheit sind die in der Höhle lebenden 16 Fledermausarten, insgesamt etwa 1500 Tiere, die in Kolonien leben. Aufgrund all dieser außergewöhnlichen Besonderheiten ist die Höhle UNESCO Welterbe.

Eine Kulturhauptstadt ist wachgeküsstDie natürliche Schönheit der Höhlen ist oft Schauplatz für Film-Dreharbeiten. Die Höhle gehört zu einem länderübergreifenden größeren Höhlensystem zwischen Slowakei und Ungarn mit ca. 25 km Länge. Die Temperatur in der Höhle ist relativ konstant mit ca. 11 Grad und mit einer sehr hohen Luftfeuchtigkeit. Besonders eindrucksvoll kann man die Höhle bei einer unterirdischen Bootsfahrt über den Fluss Styx betrachten. Das Boot gleitet ganz ruhig ca. 150m das Gewässer entlang. Die Höhle Domica ist 11 Monate im Jahr zugänglich, ausgenommen Dezember/Januar.

Schloss Betliar (Kaštieľ Betliar)

Die Region hat auch Interessantes für Romantiker zu bieten! Nordwestlich von Rožñava liegt in der Gemeinde Betliar das Schloss Betliar. Das zauberhafte Anwesen ist umgeben von einem englischen Landschaftspark. Die Schlossanlage schließt an eine spätmittelalterliche Wasserburg an. Einst war das Schloss der repräsentative Jagdsitz der berühmten alten Adelsfamilie Andrássy. Heute gehört das Schloss zu den nationalen Kulturdenkmälern der Slowakei. Wachgeküsst? Entdecke eine Kulturhauptstadt!Sehenswert ist das Museum mit der Ausstellung Wohnkultur des Adels im 18. und 19. Jahrhunderts. Beeindruckend ist auch die große Bibliothek mit 14.000 Bänden. An die weiten Reisen des Grafen Manó Andrássy erinnern zahlreiche Sammelstücke. Darunter sind echte Kuriositäten aus Afrika und Asien, wie eine 4000 Jahre alte ägyptische Mumie und ausgestopfte Krokodile.

Nun, aus dem Dornröschen-Schlaf wachgeküsst? … Dann geht’s weiter zu den nützlichen Informationen für die Reise.

Unterkunft und regionaler Genuss

Gemütlich – bodenständig – charmant

Hotel Ambassador 4*, liegt direkt in der Fußgängerzone im Herzen der denkmalgeschützten Stadt. Mit Café und Restaurant, der ursprüngliche Teil des Gebäudes stammt aus dem 13. Jahrhundert.

Villa Regia: ein sehr gepflegtes, gemütliches Restaurant mit ausgezeichneter bodenständiger Küche. Es liegt am Dominikanerplatz in einem schönen Renaissancegebäude aus dem 17 Jahrhundert. Über dem Restaurant gibt es eine kleine, feine Pension mit 7 Zimmern.

Restaurant Slávia: optisch architektonisch und kulinarisch eine Augenweide! Das 120 Jahre alte Jugendstil-Gebäude wurde komplett renoviert und zu einem feinen ausgezeichneten Hotel-Restaurant umgewandelt. Wer es stilvoll charmant liebt, der ist hier am richtigen Ort und spürt das zauberhafte Flair des Fin du siecle! Es ist nur ein Sprung über die Straße zum Nationaltheater.

Food Festival

Die Kulinarik hat in Košice im Sommer mit dem Gurmán Fest einen besonderen Höhepunkt. Das Food Festival findet jedes Jahr im Juni im Stadtpark statt. Die Veranstaltung ist bei den Bewohnern sehr beliebt. Geboten wird eine Mischung aus leckeren Gerichten, Getränken verschiedenster Geschmacksrichtungen und natürlich regionale Produkte. Kochshows in- und ausländischer Chefkochs und Präsentationen von Sommeliers. Für musikalische Unterhaltung sorgen Konzerte bis in den Abend hinein.

Genuss-Agrikultur am Lande

Im Gebiet des Slowakischen Karst ist der nette Familienbetrieb Granarium:mit kleiner Bio-Landwirtschaft und Gastronomie, Weinbergen und Weinkellerei angesiedelt. Die Besitzer betreiben nebenbei eine familienfreundliche Pension. Der familienfreundliche Betrieb bietet unterhaltsame Elrlebnis-Workshops für Kinder.

Aus der Küche kommen vorwiegend biologische, regionale Spezialitäten auf den Tisch. Traditionelle Hausmannskost wie Lokše (eine Art Kartoffel-Palatschinken), variantenreiche Gerichte mit Brimsen (streichfähiger Käse), Piroggen oder Pogatschen (Teigtascherl).

Der Hausherr lässt die Gäste gerne und voller Stolz einen Blick in den Weinkeller werfen.  Natürlich können die Weine gleich verkostet werden. Der Heurige wird frisch aus dem Fass probiert. In dieser Weinregion werden Weine aus alten Rebsorten hergestellt. Schon die Römer bauten in der Gegend Wein an. – Draußen auf der gemütlichen Veranda warten schon die frisch zubereiteten Lokše. Sie kommen ganz heiß aus dem Ofen. Die Köchin füllt sie mit selbstgemachter Marmelade. Sie schmecken so gut, da ist eine dieser Köstlichkeiten nicht genug!

Anreise in die Kulturhauptstadt

per Bahn: mit dem Direktzug von Wien nach Košice gelangt man bequem in 6 Std. Fahrt mit der ÖBB und der slowakischen Bahn ZSSK Slovakrail. An der Strecke Wien – Kosice liegen die sehenswerten Städte Trnava, Zilina und Poprad, wo man Station machen kann. Hinweise und Reise-Tipps sind in meinem Blogbeitrag über kostengünstiges Bahnreisen in der Slowakei zu finden. EXTRA-TIPP für Studenten und Senioren: Studenten bis 26 Jahre und Senioren ab 62 Jahren reisen in der Slowakei zum Nulltarif! Dies gilt für alle Züge in der 2. Klasse und für ALLE Bürger der EU. Senioren benötigen als Nachweis ihren Personalausweis, Studenten noch zusätzlich ihre Studienbescheinigung. Bereits vor Antritt der Fahrt sollte das Nulltarif-Ticket am Bahnschalter (z.B. in Bratislava hl.st.) gelöst werden.

per Flugzeug: mit der Austrian Airlines von Wien aus täglich in rund einer Stunde Flugzeit. Der internationale Flughafen liegt nur ca. 6 km vom Stadtzentrum entfernt.

Hinweis: die Slowakei ist EU-Mitlgiedsstaat, als Währung gilt der Euro als Zahlungsmittel.


Vielen Dank an die Slowakische Zentrale für Tourismus, die diese Pressereise ermöglicht hat.

Text und Fotos ©Sissi Munz

 

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Comments

  1. Charly Suter sagt:

    Danke, interessanter Artikel. Sehr schön, aber ich fühle mich ein wenig unruhig über Turboprop-Flugzeuge.

    1. Sissi/Editor sagt:

      Freut mich, dass mein Artikel gefällt, danke! Mein Flug mit der Propeller-Maschine war recht ruhig. Aber es gibt eben auch die neue bequeme Direktverbindung mit der Bahn, die ich empfehlen kann. lg

  2. Sieragowska sagt:

    Hallo!
    Ein sehr informativer Artikel!!
    LG AS

    1. Sissi/Editor sagt:

      Danke liebe Anna, freut mich, dass es interessant für dich ist! lg Sissi

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