Emirat Sharjah, Kulturstadt und Al-Noor Island

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Das dritt größte der Vereinten Arabischen Emirate hat eine Kulturhauptstadt und ein neues Naturparadies.

Von Dubai aus ist es nicht weit ins naheliegende Emirat Sharjah (ausgesprochen Schardscha) am Persischen Golf, ideal für einen Tagesausflug. In nur ca. 40 Minuten Fahrtzeit ist man schon im dritt größten der Vereinigten Arabischen Emirate angekommen. Sharjah zeigt sich weitaus weniger protzig als Dubai und wirkt dadurch vielleicht sogar sympathischer. Es ist auch konservativer und traditioneller. So ist Alkohol im ganzen Land strikt verboten und die Kleidungsvorschriften strenger. Aber davon sollte man sich keinesfalls abhalten lassen, dieses interessante Emirat zu besuchen. Ich habe seine reizvolle Seite jedenfalls für mich schon entdeckt!

Emirat Sharjah mit traditionellem Flair

Was die Geschichte und die Entwicklung betrifft, so hatte dieses Land vergleichsweise zu den Emiraten Dubai und Abu Dhabi ein weitaus geringes Erdölvorkommen und konnte mit dem überwältigenden Reichtum sowie der raschen Expansion nicht mithalten. Damit steht Sharjah etwas im Schatten der beiden anderen und bewegt sich nicht in so rasanter Geschwindigkeit in die Zukunft. Dennoch findet man auch in Sharjah City Stadtautobahnen von Hochhäusern gesäumt und Shopping Malls, aber vieles ist eben kleiner als in Dubai City. Die Stadt punktet dafür umso mehr mit seinem besonderen Flair. So ist sie interessanter durch ihr kulturelles Erbe und als Kulturhauptstadt der Emirate.

Hochhäuser am Wasser, Sharjah City
Skyline Sharjah City

Sharjah City Kulturhauptstadt

2015 trug Sharjah den Titel „Kulturhauptstadt der arabischen Welt“. Um der Hauptstadt seines Emirats ein unvergleichliches Profil zu verleihen, setzt der Regent Scheich Sultan bin Mohammed al-Qasimi in erster Linie auf Kultur und Kunst. So wurde bis 1997 ein Teil der Altstadt saniert.

Heritage Area

Das historische Viertel, die Heritage Area, das ursprünglich von einer mächtigen Stadtmauer schützend umgeben war, wurde in den letzten Jahren aufwendig restauriert. Denn von der originalen Ursprünglichkeit war nicht viel erhalten geblieben. So hat man auf sorgsame Weise herrschaftliche Häuser sowie Souks erneuert. Sie beherbergen nun sehenswerte Museen und Galerien .

Im Sharjah Heritage Museum kann man sich ein Bild von der früheren Lebensweise der Bewohner machen. Sie lebten als Perlentaucher, Fischer, Händler und Kaufleute und die Piraterie am Meer war wohl auch verbreitet. Bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts war Sharjah die bedeutendste Hafenstadt der Region.

An den Souk angrenzend liegt das Bait Al-Naboodah, ein traditionelles Herrenhaus, das Mitte des 19. Jahrhunderts aus Korallenstein errichtet wurde. Dazu gehört ein schöner, großer Innenhof. Sein ursprünglicher Besitzer und Erbauer Ali Naboodah war durch den Perlenhandel zu Reichtum gekommen. Die Räumlichkeiten gewähren einen Einblick in den Lebensstil der wohlhabenden Kaufmannsfamilie. Zu den Sehenswürdigkeiten gehört auch das alte Al-Hisn Fort, indem sich früher der Königspalast befand und heute ein Museum über die Geschichte der Region beinhaltet.

Es gibt eine rege Theaterszene, Festivals und internationales Kunstgeschehen. Seit 1993 gibt es eine Shardja Biennale. 2014 wurde die Stadt zur islamischen Kulturhauptstadt erklärt. Aufgrund der kulturellen Aktivitäten ist sie anziehend für internationale Besucher.

Einkaufen, Handeln im Souk

Zum Einkaufen gehen Touristen gerne in einen der ältesten Souks, der sehr schön erneuert wurde. Der Souk Al-Shanasiyah liegt im Herzen der Altstadt. Sonnengeschützt durch die Dächer kann man hier bummeln und das arabische Flair genießen. Die hübschen Läden bieten arabische Parfums, Stoffe, Mobiliar, Schmuck, handgefertigte Abayas und Bekleidung an.

Eingang zu einem schön renovierten arabischen Souk
Handeln beim Kauf
Beim Verhandeln um einen Preis sollte man stets freundlich, niemals aggressiv um den Preis feilschen. Beim Handeln ist Fingerspitzengefühl und Redegewandtheit hilfreich. Oberstes Gebot ist, dass es von einem einmal gemachten Angebot kein Zurück mehr gibt.

Außer den kulturellen Anziehungspunkten gibt es eine relativ neue Attraktion, die auf einer Laguneninsel liegt.

Al-Noor Island – Paradies in der Lagune

Über eine futuristisch geformte Fußgänger-Brücke in der Khalid Lagoon geht es auf eine Insel hinüber, Al-Noor Island (Insel des Lichts). Dort befindet sich ein Schmetterlingspavillon mit 20 verschiedenen, freifliegenden Schmettleringsarten und ein Literaturpavillon. Die künstlerisch-architektonisch gestalteten Gebäude sind eingebettet in einem traumhaften Garten mit einem tropischen Naturparadies aus exotischen Pflanzen. Dieser Ort der Kontemplation wurde Ende 2015 eröffnet und ist ein international mehrfach preisgekröntes Projekt. Die Idee und Gestaltung stammte vom österreichischen Künstler André Heller. Der Garten ist ein Anziehungspunkt für Familien. der Eingang des Schmetterling Hauses.

riesige goldfarbige Architektur, Sharjah
Eingang zum Pavillon
Gärten in Arabien
Araber bzw. Muslime glauben, das Paradies sei ein großer üppiger Garten, der im siebenten Himmel liegt. Somit haben Oasen und Gärten etwas Paradiesisches und Kostbares, genauso wie das Lebenselixier Wasser.

Wer gerne etwas länger bleiben möchte, kein Problem! In Sharjah gibt es ausgezeichnete Hotels wie z.B. The Chedi Al-Bait 5*, das sich in seiner minimalistischen Eleganz in die verwinkelten Altstadt-Gassen einschmiegt. Wie eine kleine Oase in der ich beschauliche Ruhe nach meinen interessanten Besichtigungen im Emirat Sharjah und besonders kulinarische Genuss fand.

Touristische Infos über das Emirat Sharjah gibt es auf der offiziellen Website Visit Sharjah.

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Text und Fotos „Emirat Sharjah“, copyright by Sissi Munz

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