Berglandschaften, Festungen und Pilgerwege – praktische Tipps für deine Kaukasus-Route
Der Kaukasus in Georgien ist ein wildes, kontrastreiches Gebirge voller dramatischer Gipfel, mittelalterlicher Festungen und herzlicher Gastfreundschaft. Auf dieser Rundreise von Tiflis über die Military Highway‑Route zur Festung Ananuri und weiter nach Stepanzminda (Kazbeg) entdeckst du spektakuläre Panoramen, die Gergeti‑Dreifaltigkeitskirche und beliebte Wintersportorte wie Gudauri. In diesem Beitrag findest du eine praktische Route, Unterkunft‑ und Fahrtipps sowie Empfehlungen für Aktivitäten vor Ort
Kurzüberblick Kaukasus Route
- Der Kaukasus in Georgien ist ein beeindruckender Gebirgszug von über 1100 Kilometern, der über mehrere Länder verläuft.
- Die Region bietet atemberaubende Landschaften, mächtige Burgen und eine reiche Geschichte als Handelsdrehscheibe.
- Die Rundreise im Kaukasus führt von Tiflis zur Ananuri Festungsanlage und weiter in die Bergwelt.
- Das Skigebiet Gudauri ist bei Wintersportlern sehr beliebt und bietet spektakuläre Ausblicke auf den Berg Kazbeg.
- Persönliche Tipps zur Hospita lität und Unterkünften in Stepanzminda.
Der Kaukasus in Georgien ist ein etwa 1100 Kilometer langer, massiver Gebirgszug. Es erstreckt sich von Westnordwest nach Ostsüdost in Eurasien und liegt zwischen dem Schwarzen und dem Kaspischen Meer. Das Gebirge gliedert sich in drei Gebirgszüge: den Großen Kaukasus, den Kleinen Kaukasus und das Talysch-Gebirge. Der höchste Berg des Kaukasus erreicht eine Höhe von 5642 m. Das Massiv liegt auf den Territorien von Georgien, Russland, Armenien, Iran und Aserbaidschan.
Die Kaukasusregion war schon in der Antike eine wichtige Handelsdrehscheibe und Teil bedeutender Handelswege. Ihre Spuren und eindrucksvollen Zeugnisse finden wir auf unserer Georgien-Rundreise.
Im wilden Kaukasus, Georgien Rundreise
Mein Weg führte mich von der georgischen Hauptstadt Tiflis in den Nordkaukasus. Die Route führt entlang einer 200 km langen Militärstraße, dem sogenannten Military Highway, in die Berge. Die Route verläuft am Rande der autonomen Region Südossetien in nördlicher Richtung bis zur Grenze mit Russland.
Man kann diese Strecke auch an einem Tag zurücklegen. Ich habe diese Exkursion mit einem französischen Reisejournalistenkollegen, einem erfahrenen Führer und einem Fahrer unternommen. Diese alte Heerstraße war jahrtausendelang die Hauptverbindung und der wichtigste Handelsweg zwischen Nord und Süd. Es ist spannend, auf diesen alten Spuren zu wandeln.
Ananuri Festungsanlage
Sozusagen am Eingang dieser wichtigen Verbindungsstraße, etwa 40 km von Tiflis entfernt, liegt ein beeindruckendes Bauwerk. Sie ist nicht zu übersehen, die Festung Ananuri. Von hier aus konnte man in früheren Zeiten das immer wieder von Feinden bedrohte Tal bestens kontrollieren.
Inmitten der Landschaft liegt ein Stausee, eingebettet zwischen den Bergen. Darüber erhebt sich diese komplexe Festungsanlage.
- Blick auf das Aragwi Tal
- Ananuri Festung
- Eingangstor
Von der Festung aus führt die Route weiter Richtung Norden, immer weiter in die Bergwelt hinein.
Gudauri: Skifahren im Kaukasus
An der Grenze zwischen Georgien und Nordossetien liegt der Berg Kazbeg. Er ist einer der drei höchsten Berge des Kaukasus. Ein erloschener Vulkan mit 5047 m Höhe. Majestätisch erschien er mir mit seinem schneebedeckten Gipfel. Im Nebel des Schlechtwetters war er leider nicht ganz zu erkennen.
Vom Winter bis in den Frühling hinein ist dieses Gebiet auch bei Skitouristen sehr beliebt. Auf unserer Reise sind wir am wichtigsten Wintersportort Georgiens, Gudauri, vorbeigefahren. Er ist besonders bei russischen Touristen beliebt, die sich auf über 4.440 m für Heliskiing, Snowboarding und Tiefschneeabfahrten begeistern.
Ende April war die Saison schon fast vorbei. Aber so viel Schnee hatte ich schon lange nicht mehr gesehen. Ziemlich beeindruckend! Wir passierten den Dshwari-Pass. Von hier aus sind es nur noch wenige Kilometer bis Stepanzminda (Kazbegi). Es ist das letzte Dorf, etwa 10 Kilometer von der russischen Grenze entfernt. Eine lange Kolonne von ca. 150 LKWs aus dem Iran, der Ukraine, Russland und der Türkei war nicht zu übersehen. Sie warteten darauf, von den Russen an der Grenze abgefertigt zu werden.
Mein Ziel war nicht Wintersport, sondern der Berg Kazbeg. Ich bin kein Trekker und so war ich froh, bei schlechtem Wetter mit einem gemieteten Jeep und Fahrer zur Gergeti Dreifaltigkeitskirche (Trinity Church) auf 2170 m Höhe zu gelangen. Diese Bergkirche aus dem 13. und 14. Jahrhundert ist die Beschützerin der Bergsteiger, die zum Gipfel des Kazbeg aufsteigen.
Wenn man ein geübter Bergwanderer ist (im Gegensatz zu mir), kann man die 6,5 km lange Strecke durchs Gelände bis zum Hochplateau der Bergkirche in ca. 1,5 Stunden bewältigen, meinte mein Führer. Für den Aufstieg zum Kazbeg muss man schon ein guter Bergsteiger mit entsprechender Ausrüstung sein.
Eisregen und starker Wind setzten ein. Der Allradantrieb hatte große Schwierigkeiten, das rutschige Gelände zu bewältigen. Die letzten 100 Höhenmeter bis zur Bergkirche musste ich bei eisigem Gegenwind zu Fuß bewältigen. Trotz dieser Anstrengung war es ein unbeschreiblicher Eindruck, von hier aus die gewaltige Höhe des schneebedeckten Kazbeg zu sehen.
Praktische Tipps und Infos
Unterkünfte und Gastfreundschaft
Im Dorf Stepanzminda (Kazbegi) fand ich das gemütliche Guesthouse „Nao“, geführt von der herzlichen und englischsprachigen Gastgeberin Nao Buchukuri. Sie hat sich während unseres Aufenthalts hervorragend um uns gekümmert.
Das Haus bietet mehrere modern ausgestattete Zimmer, jeweils mit eigenem Bad/WC. Gäste können zwischen Frühstück oder Halbpension wählen – das Essen ist hausgemacht und sehr gut, WLAN steht ebenfalls zur Verfügung. Die Preise liegen bei etwa 20 Lari pro Nacht bzw. 40 Lari mit Halbpension.
Für Anfragen ist Nao per E‑Mail erreichbar: gogi-gom@yandex.ru. Wie man auf den Fotos sieht, habe ich mich im Guesthouse ausgesprochen wohlgefühlt.
Geländewagen-Miete: ein 4×4 Auto mit Fahrer zu mieten im Dorf Stepanzminda (Preis ca. € 30,-).


Entdecke mehr Regionen Georgiens, ein Land wilder Schönheit! und Höhepunkte in folgenden Reiseberichten mit den besten Tipps über die Hauptstadt Tiflis, am Schnittpunkt zwischen Europa und Asien sowie jahrhundertealte Pilgerstätten und orthodoxe Klöster – mehr Beiträge:
Infos: Auf der offiziellen Website der Georgean National Tourism Administration findet ihr Informationen über Georgien.
❓FAQ
Ideal sind 5–8 Tage, um Tiflis, Ananuri, Stepanzminda/Kazbeg und Gudauri entspannt zu erleben.
Ja, die Strecke ist gut befahrbar; für Bergabschnitte empfiehlt sich ein Allradfahrzeug und ein erfahrener Fahrer.
Spätes Frühjahr bis Herbst für Wandern; Winter für Skifahren in Gudauri.
Kleine Guesthouses in Dörfern wie Stepanzminda bieten oft die herzlichste Betreuung (z. B. Guesthouse Nao).
* Dieser Beitrag enthält persönliche Empfehlungen und Verlinkungen zu externen Webseiten.
Text und Fotos zu „im wilden Kaukasus Georgien, Tiflis-Ananuri-Gudauri-Kazbeg Route“ ©Sissi Munz
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Abgefahren! Sehr schön beschrieben
Wir haben auch einen Post über den wilden Kaukasus die Tage online gestellt…
LG
Alex
Danke! Ja, euer Post ist mir natürlich aufgefallen – Kaukasus in Armenien, super!!! lg
Supperrrr
faszinierenden Artikel
tolle fotos
LG AS