Von Telawi über Bodbe bis Signaghi — Kultur, Pilgerstätten und Weinerlebnisse in Georgiens Osten
Kachetien (Kacheti), die Weinregion im Osten Georgiens, vereint sakrale Geschichte, malerische Dörfer und renommierte Weingüter. Von der Pilgerstätte Bodbe, wo die Heilige Nino begraben liegt, über die mittelalterliche Akademie von Ikalto bis zum romantischen Anwesen Tsinandali mit Weinverkostungen — Kachetien bietet Kultur und Genuss in einem. Diese Übersicht liefert dir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, praktische Tipps und eine kompakte Tour durch die Region.
Kachetien Kurzüberblick
- Die Reise durch Kachetien bietet faszinierende Klöster und kulturelle Sehenswürdigkeiten.
- Das Frauenkloster Shuamta und das Männerkloster Ikalto sind bedeutende religiöse Stätten mit einer reichen Geschichte und Kunst.
- Das Bodbe Nonnen-Kloster ist eine wichtige Pilgerstätte, da dort die Heilige Nino begraben liegt, die das Christentum in Georgien verbreitete.
- Neben Klöstern, entdecken Besucher auch das romantisch angelegte Schloss Tsinandali und erleben die berühmten Weine der Region.
- Auf der Reise nach Signaghi genießen Reisende malerische Ausblicke und die traditionelle georgische Küche, die in einheimischen Restaurants angeboten wird.
Unsere Autofahrt begann in der Hauptstadt Tiflis, in der wir uns schon einige Tage aufgehalten hatten. (nachzulesen im Tiflis-Beitrag). Von hier aus starten unsere Exkursionen ins Landesinnere und in einige Klöster Georgiens.

Telawi Sehenswürdigkeiten
Die erste regionale Reise führte zuerst nach Telawi, dem wichtigsten Ort der Region Kachetien in Georgien. Im Zentrum des Ortes ist das Schloss Batoniziche nicht zu übersehen. Es ist umgeben von einer Mauer, die den Palast im persischen Baustil umgibt. Im 16. und 17. Jahrhundert war dies der Sitz der kachetinischen Könige. Wegen Renovierungsarbeiten konnte das Schloss aber nicht besichtigt werden. Es beeindruckte mit seiner orientalischen Architektur aber auch von außen.

Eine andere Besonderheit, die in nächster Nähe zu finden ist: eine alte Platane, die seit 900 Jahren hier wächst. Mit ihren grandiosen 46 m ragt sie in die Höhe. Da fragt man sich schon, was dieser mächtige Baum wohl schon alles „erlebt“ haben muss?

Die wichtigsten Klöster und Pilgerstätten in Kachetien
Shuamta – Frauenkloster und Fresken
Die erste Station der „Georgien Klöster-Tour“ führte zum Frauen-Kloster Shuamta, südwestlich des Ortes Telawi. Schon von weitem ist die Kreuzkuppelkirche der Klosteranlage zu sehen. Beim Eingang läuteten wir am Tor. Wir warteten bis uns eine schwarz gekleidete Nonne öffnete und uns in den Innenhof einließ.

Bevor ich als Frau in die Kirche eintreten durfte, musste ich zuerst meine Kleidung dem ehrfurchtsvollen Ort entsprechend anpassen. Es liegen beim Eingang entsprechende Kleidungsstücke für Besucherinnen parat. Dazu gehört eine lange Hüftschürze, die ich mir umband. Meinen Kopf bedeckte ich mit einem Tuch. Erst jetzt war ich respektvoll genug gekleidet und durfte hinein. Für meinen männlichen Begleiter war dies einfacher. Nur kurzen Hosen sind auch bei Männern nicht erlaubt.

Das Kloster wurde im 16. Jhdt. gegründet. In der Kirche sind schöne Fresken zu sehen. Die Stifterin des Klosters und eine Fürstenfamilie sind dort begraben. Die hier lebenden Nonnen widmen sich der Ikonen-Malerei und führen eine eigene Landwirtschaft. Damit ermöglichen sie sich eine Art der bescheidenen Grundversorgung.
Ikalto – Männerkloster und ehemalige Akademie
Danach stand der Besuch des Männer-Klosters Ikalto an. Es liegt nordwestlich von Telawi. Es wurde im 6. Jhdt. von syrischen Mönchen gegründet. Das Besondere daran, dem Kloster war eine Akademie angeschlossen. Das Kloster war bis zum 16. Jhdt. ein bedeutendes geistiges Zentrum. Hier wurden Studenten von den namhaftesten Wissenschaftlern der damaligen Zeit ausgebildet.

Bodbe – Pilgerstätte der Heiligen Nino
Noch ein weiteres Nonnen-Kloster stand auf dem Besichtigungsprogramm der Kachetien-Tour. Das Bodbe Nonnen-Kloster liegt in der Nähe des zauberhaften Ortes Signaghi, den ich weiter unten noch beschreibe.
Es war schon gegen Abend als wir dort ankamen. Eine Nonne ließ uns schweigsam noch kurz vor dem Zusperren ein. An diesem Ort ist die Heilige Nino begraben. Deshalb ist dies eine der bedeutendsten georgisch-orthodoxen Pilgerstätten. Es war nicht zu übersehen, wie ehrfurchtsvoll die Besucher diesem Ort begegnen. Die Kirche hat wunderschöne Fresken aus dem 16. Jhdt. Es darf übrigens in den Kloster-Kirchen nicht fotografiert werden.
Wer war die Heilige Nino?
Wer war diese besondere Frau, die in ganz Georgien und besonders in Kachetien verehrt wird? Die Heilige Nino ist die apostelgleiche Erleuchterin Georgiens. Sie kam im 4. Jhdt. von Kappadokien (Zentral-Anatolien in der heutigen Türkei) in das Königreich Iberien (das heutige Georgien). Sie hatte ein großes Wissen um die Heilkraft der Pflanzen. Durch ihre besonderen Fähigkeiten konnte sie sogar die Königin heilen. Eine hohe Belohnung durch den König lehnte sie ab. Sie verwies auf die Heilung durch Gott, der ihr die Kraft dazu gegeben hatte. König Mirian III kam auf einer Jagd in eine Notlage und versprach bei seiner Rettung den christlichen Glauben anzunehmen. So erhob er im Jahr 326 das Christentum zur Staatsreligion. Nino unterwies die Iberer im christlichen Glauben. Sie veranlasste auch die Errichtung der ersten Kirche. Auf ihre Empfehlung wurden christliche Bischöfe und Priester ins Land geholt.
Später lebte die Heilige Nino als Einsiedlerin im Kaspischen Gebirge. 361 erkrankte sie auf einer Reise im Osten Georgiens. Sie starb bei Bodbe in der Region Kachetien. König Mirian ließ über ihrem Grab eine Kirche errichten. Später wurde dort ein orthodoxes Kloster, Ninozminda, gegründet. Zeit ihres Lebens trug die Heilige Nino ein Weinrebenkreuz bei sich. Es wurde von einer Locke ihrer Haare zusammen gehalten. Dieses Weinrebenkreuz der Heiligen Nino wird noch heute in der Ikonostase der Sioni-Kathedrale in Tiflis aufbewahrt.
Auf dem Kultur-Reiseprogramm durch Kachetien standen aber nicht nur Klöster. Wie besuchten noch weitere Sehenswürdigkeiten.
Wein Kachetiens, Schloss Tsinandali und Verkostungen
Nach all den Klöstern, Sakralbauten und spirituellen Stätten gab es in der Nähe eine ganz andere Sehenswürdigkeit zu besichtigen. Ein echt romantischer Ort! Das ist das Schloss Tsinandali. Erbaut im orientalischen Baustil, mit einem gepflegtem Park und exotischen Baumarten. Es war einst der Sommersitz einer Prinzessin. In diesem Ambiente fühlte ich mich wie in ein orientalisches Märchen versetzt.
Ich mache eine Führung durch das renovierte Anwesen und erfuhr dabei, dass die Prinzessin einen bedeutenden literarischen Salon unterhielt. Die berühmtesten Schriftsteller und Künstler der damaligen Zeit verkehrten in dieser noblen und gelehrten Gesellschaft.
Bei dieser Georgien Reise gehörte zum Abschluss der Führung eine Weinverkostung. Die Region Kachetien ist berühmt für seine wunderbaren Weine. In den Räumlichkeiten der Weinkeller war es recht gemütlich und man kommt leicht mit anderen Besuchern ins Plaudern. Übrigens, die georgischen Weine haben’s in sich! Sie haben einen Alkohol-Gehalt von bis zu 13,5% und steigen ganz schnell zu Kopf.


Signaghi – malerische Altstadt, Wehrmauer und Aussichtspunkte
Auf sanften Hügel gelegen, befindet sich der idyllische Ort Signaghi. Es leben hier etwa 2000 Menschen. Der Ort ist bei den Touristen wegen seines malerischen Erscheinungsbildes sehr beliebt. Es erinnerte mich ein wenig an Italien. Hier findet man auch schöne Hotels mit Spa und Wellness. Demnach ein Ort, an dem man gerne länger als nur einen Tag bleibt.
Signaghi mit seinen buckeligen Pflasterwegen, den Häusern mit roten Ziegeldächern und den hochragenden Kirchen bietet sich zum Spazierengehen an. Entlang der Hügel zieht sich eine lange Befestigungsmauer mit Wehrtürmen. Ich marschierte bergauf, einen Teil der langen, breiten Wehrmauer entlang. Immer wieder blieb ich stehen um den wunderbaren Ausblick ins weite Umland Kachetiens zu genießen.
Mir hatten es die reizenden, freundlich lächelnden Omas entlang der gepflasterten Hauptstraße angetan! Sie sitzen gerne strickend bei ihrem kleinen Stand vor ihrem Haus. Die alten Frauen bieten ganz unaufdringlich ihre farbenfrohen, handgestrickten Socken und Mützen an.
Erst am späten Abend kamen wir nach Tiflis zurück. Es war ein sehr langer Tag mit vielen, faszinierenden Orten und besonderen kulturellen Sehenswürdigkeiten.
Praktische Tipps und Infos für die Georgien Reise
Restaurants und Essen in Kachetien
Auf dieser Georgien Reise habe ich oft richtig gut gegessen! Etwas außerhalb des Zentrums von Telawi, im Restaurant Rcheuli Marani. Es ist ein Restaurant in einem typisch georgischen, stilvollen Hotel mit weißen Holzbalkonen. Sehr lecker schmeckte die warme Chatchapuri, eine Art Pizza mit Käse gefüllt und das Chakapuli, Rindfleisch gekocht in Suppe.



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Informationen über Georgiens Klöster und Pilgerstätten und das Reiseland findest du auch auf der offiziellen Website der Georgean National Tourism Authority.
❓FAQ
Bodbe, Ikalto und Shuamta sind die zentralen Klosterstätten mit langer Geschichte und sehenswerten Fresken.
Ja — Schloss Tsinandali bietet Führungen und Weinproben; die Region ist berühmt für ihre Weine.
Absolut — Signaghi besticht durch seine Wehrmauer, Aussichtspunkte und das malerische Ortsbild.
Respektvolle Kleidung (Schultern/Beine bedecken), Fotografier‑Regeln beachten und Ruhe wahren; Öffnungszeiten variieren.
Text und Fotos Georgien Kachetien Sehenswürdigkeiten und Wein ©Sissi Munz
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ein sehr interessantes Material.
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