Wo sich Wandern in paradiesischer Bergnatur mit Kunst, Yoga und Kräuterwissen verbindet
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Ab in die Berge Österreichs, ins idyllische Großarltal im Salzburger Land. Wer die Schönheit der Natur liebt und gerne wandert, ist hier genau richtig. Hier erwartet dich eine atemberaubende Landschaft. Diese wird dich mit ihrer unberührten Schönheit verzaubern. Welche einzigartigen Urlaubs- und Freizeitaktivitäten im Wanderdorf Hüttschlag und Umgebung möglich sind und wo traumhafte Naturerlebnisse zu unvergesslichen Erinnerungen werden, erfährst du in diesen Ausflugstipps mit Ideen für Wanderungen in Hüttschlag.

Das Bergdorf Hüttschlag, Wanderungen im Großarltal
Hüttschlag liegt inmitten einer malerischen Berglandschaft, umgeben von saftigen Almwiesen und imposanten Berggipfeln. Von sanften Hügeln bis zu schroffen Gipfeln bietet Hüttschlag am Rande des Nationalparks Hohe Tauern eine Vielfalt an Wanderwegen. Diese sind für jeden Geschmack und jede Kondition geeignet. Die klare Bergluft, der würzige Duft der Heumahd und die Stille der Natur machen es leicht, den Alltagsstress hinter sich zu lassen. Man gelangt hier in Einklang mit der Umwelt.


Die Wanderwege sind gut markiert. Sie führen zu bewirtschafteten Almen und Hütten, tosenden Wasserfällen, Bergseen und fantastischen Aussichtspunkten. Die Einheimischen teilen gerne ihre Begeisterung für ihre Heimat und geben Tipps zu den verschiedenen Wanderungen in Hüttschlag.
Ein kurzer Spaziergang führt zur Pfarrkirche inmitten des Dorfes. Sie liegt auf einem Hügel und ist ein architektonisches Juwel und eine Sehenswürdigkeit.

Die prächtige Kirche wird auch für Konzerte und kulturelle Veranstaltungen genutzt. Vom umliegenden Bergfriedhof mit seinen ausschließlich schmiedeeisernen Kreuzen hat man einen herrlichen Blick auf die mächtige Hüttschlager Wand. Was für eine Bergkulisse!


Du möchtest gerne einen Blick auf diesen wunderschönen Berg-Friedhof machen? Das YouTube Short gibt dir Einblicke – schau hinein!
Hüttschlag Wanderungen durch grandiose Natur
Vom Ort Hüttschlag geht es ca. 7 km taleinwärts. Man gelangt bis zum großen Parkplatz vor dem Hüttschlager Talschluss mit dem Informationszentrum Nationalpark Hohe Tauern, dem angrenzenden Talmuseum Hüttschlag und ein paar Schritte weiter dem gemütlichen Gasthof Talwirt. Von hier aus geht es nur noch zu Fuß weiter. Der Weg führt eben bis zum Talschluss am malerischen Ötzlsee. Der Weg ist für jedermann, auch für Kinder, leicht begehbar und kinderwagentauglich.

Vorbei an saftigen Wiesen und Wäldern geht es weiter. Je weiter man kommt, desto beeindruckender wird die Kulisse. Man sieht hohe Berge und Wasserfälle, die von gigantischen Wänden herabstürzen. Dazu kommt eine grün bewachsene Moorlandschaft, das glasklare, smaragdgrüne Wasser der Großarler Ache, die am über 2.100 Meter hohen Keeskogel-Gletscher entspringt. Jeden Wanderer überwältigt die Schönheit der Natur. Wäre das nicht schon beeindruckend genug, gibt es noch etwas Einzigartiges zu entdecken. Der Weg ist gesäumt von Kunstobjekten, die sich harmonisch in die Landschaft einfügen.

3 Hüttschlag Wandertipps vom Feinsten
Die KUNSTROAS Wanderung – wo Natur und Kunst eins werden
Inspiriert vom magischen Ort Hüttschlag und seiner Landschaft haben Künstlerinnen und Künstler in unterschiedlichen Genres gearbeitet. Sie haben neue Zugänge und Wahrnehmungsmomente gefunden. Diese sind erlebbar für alle Wanderer und Besucher des schönen Tales.
Ein besonderes Projekt lädt zur Kunstroas am Ende des Großarltals ein. Unter dem Motto „Die Vermessung der Natur“ wird bei einer Wanderung, der „Kunstroas„, an 5 Stationen mit künstlerischen Objekten der Blick für Ort und Landschaft besonders geschärft.

Dort, wo die Natur des Tales zu einem der schönsten Flecken wird, beginnt die Schwelle zum Nationalpark Hohe Tauern. Hier haben sich fünf Künstlerinnen und Künstler die Frage gestellt, „wie Kunst Impulse für ein achtsames und nachhaltiges Handeln geben kann“, so die Initiatorin und Organisatorin Alexandra Viehauser. Sie lebt in Wien und Hüttschlag und hat mit viel Engagement und ihrem Team aus Familienmitgliedern, Freunden und Bekannten ein beeindruckendes Kunstprojekt auf die Beine gestellt. Dabei war es ihr wichtig, dass sich die Künstler vor Ort mit den Gegebenheiten auseinandersetzen und ländliche Traditionen in ihre Werke einfließen lassen.

Das Projekt war anspruchsvoll. Tagelang wurde gehämmert, gesägt und geschwitzt. Am Ende stand ein beeindruckendes Projekt. Zur Eröffnung der „Kunstroas“ waren alle gekommen, neugierig auf das noch Unbekannte. Wir begleiteten die Künstler entlang der Stationen, wo jeder seinen aufmerksamen Blick auf die Umgebung und seine persönliche Fragestellung in seiner Installation erläuterte.
Die Kunstroas Stationen
Den Auftakt bei Station 1 machte Jörg Auzinger mit seiner Fotoarbeit „Kees“. Diese Arbeit führt dem Betrachter ein Zukunftsszenario vor Augen. Das passiert, wenn der verbliebene Gletscher (=Kees) verschwindet und das Eis durch nacktes Geröll ersetzt wird. Damit wird die Thematik des Klimawandels unmissverständlich vor Augen geführt.

An Station 2 treffen wir auf die „Heustadel Variationen“ von Clemens Bauder. Sie sind idyllisch an einem Bach in der Nähe eines alten, verfallenden Heustadels aufgestellt. Der Künstler möchte mit seinem Beitrag darauf aufmerksam machen, dass Holzstadel als erhaltenswerte Architektur in der Landschaft gepflegt werden sollten. Dieser Ort eignet sich hervorragend als Treffpunkt und Ort der Besinnung, das wurde schnell klar. Der angenehme Duft von frischem Holz, der Blick durch das Dach in den Himmel und in die Landschaft, man fühlt sich mit der Natur verbunden. So eroberten die Kinder als erste den Stadl als neuen Spielort.


Bei Station 3 begegnen wir fragilen Glasobjekten inmitten des alpinen Urwalds. Die Künstlerin Ingrid Schreyer platziert ihre Glasgravuren geheimnisvoll inmitten der Natur zwischen Bäumen und Wasserläufen. (Foto rechts: Alexandra Viehauser (links) mit der Künstlerin (rechts).


Bei Station 4 errichteten Dóra Medveczky und Fabio Spink einen runden Schrägzaun in der Nähe des malerischen Ötzlsees. Sie stellten damit die Frage nach Zugehörigkeit und Ausgrenzung, nach Heimat und Fremde.


Bei der allerletzten Station von Heri & Salli geht es um die Suche nach dem Gleichgewicht auf ihrer etwas anderen Bank. Das lässt sich leicht ausprobieren, wie das Bild zeigt (mit den Bloggerinnen Elena Paschinger, Sissi Munz).

Kräuter-Wanderung
Bei der Kräuterwanderung sammeln wir verschiedene Wildkräuter. Diese beschreibt uns die Kräuterexpertin Maria Feyersinger. Sie erzählt auch etwas über ihre Wirkungsweise. So ein bewusster Spaziergang schärft den Blick und die Achtsamkeit für das, was uns die Natur auf der Wiese schenkt. In kürzester Zeit haben wir eine Vielzahl von Kräutern gesammelt: Rotklee, Braunelle, Löwenzahn, Gänseblümchen, Wiesenlabkraut, Kohldistel, Rossminze, Goldnessel, Schafgarbe, Frauenmantel, Schachtelhalm und andere.


Maria erklärt: „Je höher die Wildkräuter wachsen, desto höher ist die Wirkstoffdichte. Wichtig beim Sammeln ist, dass die Wiese nicht gedüngt oder verschmutzt ist. Aus den Kräutern werden je nach Wirkung verschiedene Heilmittel wie Tees, Tinkturen, Ölauszüge, Salben, Cremes und Balsame hergestellt.
Yoga-Wanderung mit Achtsamkeit
Wir verbinden die Kräutersuche mit einer Yogawanderung entlang der fünf Stationen der Kunstroas, begleitet von der Yogalehrerin Barbara Huttegger.

Leichte Übungen, die für jeden machbar sind und uns die Achtsamkeit für die Natur näher bringen. Das bewusste Lauschen auf das Zwitschern der Vögel, das Plätschern des Baches, das eigene Summen des Bienensummens beim Ausatmen (Brahmari-Übung) schärfen unsere Wahrnehmung. Am Ende des Tales erreichen wir die Natur-Kneipp-Anlage, wo erfrischende Übungen im Wasser die Sinne beleben.

Die Natur des Tales, die Schönheit der Landschaft löst bei genauer Wahrnehmung Gefühle unterschiedlicher Art aus: Glück, Harmonie.
Zum Abschluss noch eine kleine Wanderung zum Wasserfall am Ende des Hüttschlager Tales. Gleich nach der ersten Kunststation führt links ein schmaler Pfad hinauf (Gehzeit 5 Minuten) zum Wasserfall, wo sich tosende Wassermassen in die Tiefe stürzen.

Urlaub Schlechtwettertipp, Heimatmuseum und Brotbacken
Manchmal ist das Wetter nicht zum Wandern geeignet. Dann ist ein Besuch im Heimatmuseum Kösslerhäusl, einem ehemaligen Bergknappenhaus aus dem 16. Jahrhundert, eine interessante Alternative. Das Holzhaus ist im Originalzustand erhalten. Wie lebten die Menschen mit ihren Familien und Tieren vor Jahrhunderten in diesem Tal? Es sind spannende Einblicke in das bäuerliche Leben des Dorfes, das einst vom Kupfer- und Schwefelabbau lebte. Eine Besonderheit ist ein Liebesbrief in Gebärdensprache.



Hüttschlag Hotel und Nahversorger
Das Naturhotel Hüttenwirt**** ist ein Familienbetrieb in der siebten Generation. Die freundliche Gastgeberfamilie bietet Aktivitäten in der Natur, die oben erwähnten Yogawanderungen und geführte Wanderungen an. Das Haus hat eine ideale Ausgangslage für Wanderungen in Hüttschlag und befindet sich am Dorfplatz neben dem Gemeindeamt. Der Garten mit dem neuen Naturbadeteich und den Liegestühlen ist für Wanderer und Erholungssuchende besonders schön.


In Hüttschlag können sich Einheimische und Touristen glücklich schätzen, denn in diesem Bergdorf gibt es noch einen Nahversorger. Im kleinen, gut sortierten Supermarkt „Zum Kramer“, der von zwei Brüdern liebevoll geführt wird, finden Selbstversorger alles für den täglichen Bedarf und regionale Produkte.
Hüttschlag ist ein Geheimtipp und Ausflugsziel für Naturliebhaber und Wanderfreunde. Die unberührte Landschaft, die vielfältigen Wandermöglichkeiten und die herzliche Gastfreundschaft machen den Ort zum perfekten Urlaubsziel.
Einen schönen Urlaub, gute Erholung und unvergessliche Traumtage im schönen Großarltal!
Anreise nach Hüttschlag, Österreich
Die Anreise ist auch ohne Auto mit der Bahn möglich. Eine schnelle Direktverbindung gibt es von Wien, Linz, Salzburg mit dem ÖBB Railjet bis St. Johann im Pongau. Weiter ins Tal geht es mit dem Postbus bis Hüttschlag und bis zum Talschluss.
*Info: diese Bloggerreise wurde freundlicherweise vom Tourismusverband Großarltal ermöglicht.
Extra-Tipp: es ist nicht allzu weit in ein anderes schönes Urlaubsgebiet in der Region Pongau im SalzburgerLand. Besuche auch Filzmoos, seine Almen und genieße Bergerlebnisse oder wie wär’s im Winter Filzmoos, zum Sonnenskilauf. – Hier findest du Tipps für Wanderungen im Tannheimer Tal in Tirol.
Text und Fotos zu Hüttschlag Wanderungen, Österreich, copyright by Sissi Munz
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