Burg Trenčin und seine Liebeslegende

12:30 | | Comments 2

Was verbindet eine der größten Burgen Europas mit einer romantischen Liebesgeschichte? Was haben die Römer mit Kaiserin Elisabeth (Sisi) gemeinsam? Ein Ausflug ins slowakische Trenčin bringt Spannendes zu Tage!

*Pressereise* Burg Trenčin:

Wo geht die Reise hin?

Eine Pressereise führte mich in eine mir noch unbekannte Region der Slowakei, in die Stadt Trenčin und seine Umgebung. Von Wien aus sind es ca. 200 km, also eine Auto-Fahrtzeit von etwa 2,5 Stunden. Es ist ein schönes und interessantes Ausflugsziel für einen Kurztrip. Der erste Tag dieser Tour führt ins Herz der Region – die historische Altstadt von Trenčin (ehem. dt. Trentschin) und seine mächtige Burganlage.

Die Burg Trenčin

Schon von weitem sieht man diese mächtige Burg (Trenčiansky hrad) auf einem hohen Felsen. Fast magisch zieht sie wie ein Magnet den Blick nach oben.

 

Burg Trenčin

 

Sie ist eine der größten Burganlagen Europas. Einst war sie eine Königsburg im 11. Jahrhundert und lag an bedeutenden Handelswegen. Sie wurde immer wieder erweitert und ausgebaut. Sie besteht aus einem Komplex von Palästen, Befestigungen, einem Gefängnis und Türmen. Vor allem gegen die Einfälle der mongolischen Tataren und später die Türken spielte diese Burg eine bedeutende Rolle, als Abwehr und zur Verteidigung.

 

Burg Trenčin

 

1953 wurde die Burganlage zum nationalen Kultur-Denkmal ernannt. Auf dem Burg-Areal stehen drei Paläste. Der älteste ist der Ludwigs-Palast aus dem 14./15. Jahrhundert. In den Räumlichkeiten befindet sich die Ausstellung von Möbeln aus dem Zeitraum vom 17.-19. Jahrhundert. Der Barbara-Palast oder Lapidarium stammt aus der Zeit von Königin Barbara von Cilli aus dem 15. Jh. mit dem Rittersaal. Er wird gegenwärtig für Ausstellungen verwendet. Der Záplya-Palast ist der jüngste Palast der Burg aus dem 16. Jh. In diesem dreistöckigen Gebäude befindet sich die umfangreichste Ausstellung mit Gemälden.

 

 

Mit unserem „Burgfäulein“ (Foto oben) machen wir einen geführten Rundgang durch die Paläste. Wir steigen die Stufen zum 39 Meter hohen Matthäus-Turm hinauf. Im dritten Geschoss befand sich einst das Arbeitszimmer des Herrschers über den Fluss Váh und Tatra, Matthäus Csák von Trenčin. Einen wundervollen Ausblick konnten wir zum Sonnenuntergang auf der Burg-Terrasse genießen, mit einem weiten Panorama-Blick.

 

Burg Trencin-Mauer

Brunnen der Liebe

Über die Burg lässt sich viel Historisches berichten. Es gibt aber auch eine Geschichte, die im ganzen Land bekannt ist. Eine besondere Legende rankt sich um die Burg und seinen 80 Meter tiefen Brunnen. Es ist die romantische Legende von Omar und Fatima, die uns das Burgfräulein erzählt.

Der ungarische Magnat Stephan Zápolva der auf Trenčin ansässig war, brachte von einem siegreichen Krieg gegen die Türken seiner Frau eine Gefangene namens Fatima mit. Als Fatimas Verlobter Omar erfuhr, wo sich seine Verlobte befindet, wollte er sie mit seinem Reichtum freikaufen. Es halfen weder Geld, noch Bitten, noch Geschenke. Der Burgherr blieb unerbittlich: „Was ich geschenkt habe, nehme ich nicht zurück, und Reichtum habe ich genug.“ Omar fragte in seiner Verzweiflung: „Und was hast du nicht?“ „Ich habe alles“, lautete die Antwort. Da kam ihm jedoch in den Sinn: „Wasser habe ich nicht.“

Omar ergriff die letzte Hoffnung: „Und wenn ich diesen Felsen zwinge, dir Wasser zu geben, überlässt du mir dann Fatima?“ Der Herr nickte. Nach drei Jahren erreichte Omar endlich Wasser in der Tiefe. Er schöpfte davon in einen goldenen Becher und reichte ihn dem Burgherren mit den Worten: „Hier ist das Wasser, jedoch war dein Herz härter als dieser Felsen.“ Fatima wurde freigelassen. Als Omar seine befreite Fatima auf einem Pferd aus der Burg fortbrachte, blieb ihr Schleier an einem Heckenrosenbusch hängen.

 

Burg Trencin und seine Liebesgeschichte

 

An dieser Stelle steht bis heute das älteste Gasthaus in Trenčín, es trägt den Namen „Fatima“ und wurde in früheren Zeiten auch „Schleier“ genannt. Der „Brunnen der Liebe“ befindet sich auf dem unteren Hof der Burg, nahe der Geschützbastion. Der Brunnen wurde zwar manuell 80 Meter in den Felsen hineingegraben, aber es ist nie gelungen, eine Wasserquelle zu finden (im Gegensatz zur Legende). Deshalb wurde der Brunnen als eine Zisterne verwendet, in die Regenwasser geleitet wurde.

Besichtigungen: es gibt Besichtigungen und Führungen in deutscher Sprache, ebenso werden Nachtbesichtigungen angeboten, mehr dazu im Burg-Museum.

Einkehr mit Bier-Verkostung

Die spannende Burg-Tour machte hungrig und durstig. Es ging wieder abwärts, entlang der Befestigungsmauer, den romantischen Weg in die Altstadt hinunter. Wir kehrten in einem gemütlichen, landestypischen Bierhaus und Brauerei ein. Nach einem guten Abendessen mit herzhaften, regionalen Speisen wie gebratenen Rippchen und Schweinshaxe, fand der wundervolle Tag mit einer Bierverkostung seinen Ausklang.

 

 

Der Hausherr offerierte verschiedenste Spezialbiere seiner Brauerei, wie z.B. das Old Ale mit Karamel-Nuss Note, 20gradig mit 9,5% Alkohol, das rote Witbier Rosé, 13gradig oder das Belgian Enkel Paterbier, 10gradig. Alles bei günstigen Bier-Preisen (0,5l ca. €1,70 und 0,3l ca. €1,-).

Sisi und die Römer – stilvoll schlafen und genießen

Am Fusse des Burgfelsens liegt das Hotel Elisabeth. Es birgt eine besonders interessante Geschichte. Unterhalb der Hotel-Terrasse gibt es eine einzigartige Fels-Gravur. Es ist das Unikat einer lateinischen Inschrift aus dem Jahr 179 n. Chr. Dies ist eine der wenigen römischen schirftlichen Erwähnungen nördlich der Donau. Sie deutet darauf hin, dass bei Trenčin die 2. römische Legion mit 855 Soldaten stationiert war. Dazu sei angemerkt, dass es sich hier um das Original handelt, während im Burg-Museum eine Kopie dieser Felsinschrift angebracht ist.

 

Burg Trenčin-Mauer

 

Im Hotel Elizabeth trifft man nicht nur auf die Spuren der Römer. Der elegante Grand Hotel-Stil der Fin du Siècle-Epoche bezauberte mich als Sisi-Liebhaberin  mit seinem Sisi Café. Im kleinen aber feinen „Caracalla Spa“ findet man nach dem Besichtigungstag noch eine kleine Wellness-Oase mit nettem Pool im römischen Stil und Sauna (kostenlos für Hotel-Gäste).

 

 

Nach einer guten Nacht ging es am nächsten Tag weiter in das Umland, wo wir weitere interessante Burgen, Schlösser und Sehenswürdigkeiten besuchten.

Hinweis

Die Fortsetzung meiner slowakischen Reiseberichte folgt demnächst auf diesem Blog. – Eine schöne Foto-Reportage über die Burg hat meine liebe Freundin Anna Sieragowska gemacht, die als Profi-Fotografin diese Reise begleitet hat.

* * * *

Vielleicht hat dich die Liebeslegende von Fatima und Omar inspiriert – oder schlägt dein Herz etwa mehr für die speziellen Craft Biere? Dann schreib mir unten deinen Kommentar.

Tipps und Infos

Wie du deine Reiseziele in der Slowakei am besten mit der Bahn erreichen kannst? Meine Tipps zum günstigen oder sogar kostenlosen Bahnfahren findest du in diesem Bahn-Beitrag.

Detailierte Informationen zu den verschiedenen Reisezielen und Regionen in der Slowakei erhältst du auf der offiziellen Seite des Slowakischen Tourismus.

Text und Fotos ©Sissi Munz

Comments

  1. Anna sagt:

    Liebe Sissi, vielen herzlichen Dank für deinen Beitrag. Die Reise war wunderschön und es macht immer wieder viel Spaß mit Euch! Freue mich auf weitere Reiseabenteuer.

    Weitere Fotos zum wunderschönen Hotel Elizabeth findet ihr hier https://www.grafikfoto.at/photo-reportage-nowebedzie/hotel-elizabeth/

    LG Anna

    1. Sissi Munz sagt:

      Mir war es auch ein Vergnügen, gemeinsam in der SK! Danke Anna und lg

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