Plovdiv, von Streetart bis zur Hochkultur, sehenswert!

20:30 | | Comments 2

Die Vielfalt der bulgarischen Kulturhauptstadt zeigt sich bunt und lebendig.

*Pressereise* Plovdiv Kulturhauptstadt

Bei meinem letzten Plovdiv Besuch vor einigen Monaten in der Winterzeit war ich schon begeistert vom zauberhaften Flair der Stadt! Ich war zur Eröffnung des Kulturhauptstadt 2019 Programmes vom ambitionierten Plovdiv2019-Kommittee eingeladen. Dies gab mir die Möglichkeit mir einen ersten Einblick über die zahlreichen kulturellen Aktivitäten zu machen.

Blick von oben auf die Stadt Plovdiv
Blick auf Plovdiv vom Hügel Nebet Tepe aus

Nun, im Sommer konnte ich Plovdiv nochmals erleben. Das kontinentale Klima mit heißen, trockenen Sonnenantagen, lassen sich im Schatten am besten überstehen. Auch hier im südlichen Bulgarien ist das Siesta-halten nicht unüblich und die Nächte sind angenehm, ideal um die zahlreichen Lokale im Kreativ-Viertel Kapana und die großen Open Air Veranstaltungen am Fluss Maritza oder dem römischen Amphitheater zu besuchen.

Mein wunderbarer Sommertrip war wieder eine tolle Bereicherung. Er zeigte mir noch mehr Faszetten des kulturellen Geschehens dieser Stadt. Ich bewegte mich einerseits zwischen hippem Lifestyle, kreativer Streetart und junger Kunstszene genauso wie auf dem Terrain hochkultureller Events und auf den Spuren der jahrtausendealten Kulturen und Schätze, die Thraker und Römer hinterließen. Am Programm standen auch Gala-Aufführungen vor der überwältigenden Kulisse des römischen Amphitheaters, über den Hügeln der Stadt gelegen. – All das habe ich sehr genossen! Daran möchte ich euch in diesem Beitrag gerne teilhaben lassen und über die Highlights berichten, die ihr vielleicht dann bei eurem Plovdiv-Besuch selber entdecken könnt.

Streetart Graffiti
Streetart im Kapana District

Plovdiv, von Streetart bis zur Hochkultur

Jung – trendig – kreativ

Außer dem trendig-kreativen Lifestyle-Viertel Kapana mit seinem vielfältigen Mix an Lokalen, Cafés, kleinen kreativen Shops, Galerien für zeitgenössische Kunst, Streetart und Graffitis, gibt es häufige unterschiedliche Events und ein buntes Treiben am Fluß mit „Floating Concerts“ auf Open Air Tribünen des Rowing Canal.

Konzert-Bühne in Plovdiv auf dem Wasser bei Nacht
Rock-Konzert auf dem Rowing Canal

Galerien, Contemporary Art

Als Wienerin war ich besonders erstaunt, ein Austrian Art Project namens „FLUCA“ vorzufinden (gefördert wird es vom Österreichischen Bundeskanzleramt). Das künstlerische Performance-Angebot, das auch „part of the program of Viennacontemporary“ in Wien ist, findet in und um einen Art-Container statt. Kuratiert wurde es vom Art Director Boris Kostadinov, den ich in Plovdiv getroffen habe und der mir über die künstlerischen Aktivitäten erzählte.

Wer sich für moderne Kunst-Galerien interessiert und mehr Eintauchen möchte in das zeitgenössische künstlerische Geschehen Bulgariens, dem kann ich einen Besuch in der Kapana Gallery im Kapana Creative District und die City Art Gallery (15. Knyaz Aleksandar I Str.) mit temporären und experimentellen Ausstellungen, empfehlen.

Innenansicht einer Galerie für zeitgenössische Kunst
City Art Gallery mit zeitgenössischer bulgarischer Kunst

Hochkultur vom Feinsten im Amphitheater

Das „Antike Theater“ aus der Römerzeit (damals hieß die Stadt Philippopolis) dient als imposante Aufführungsstätte für das jährlich stattfindende internationale Festival der Opernkunst und Konzerte.

Ich hatte die Gelegenheit in diesem Amphitheater, wo einst Gladiatorenkämpfe und Kampfspiele die Menschen unterhielten, zwei wundervolle Aufführungen, die Oper „Aida“ und ein Ballett zu sehen. Es war ein fulminantes Open Air-Erlebnis, mit einer illuminierten Traumkulisse unter dem sommerlichen Sternenhimmel.

Aida Opernaufführung im Amphitheater
Opernaufführung AIDA
Ballett im Amphitheater Plovdiv
Ballett Aufführung im Amphitheater

Die Schätze der Geschichte

Im Archäologischen Museum trifft man auf die großen Goldschätze Bulgariens: besonders beeindruckt hat mich der Panagurischte-Goldschatz. Er wurde zufällig von drei Brüdern beim Ausheben von Tonerde gefunden. Er besteht aus Gefäßen aus purem Gold.

Auch der Goldschatz von Valchitran wurde ganz zufällig 1924 in einem Weinberg im Gebiet von Plewen entdeckt. Der thrakische Schatz besteht aus Gefäßen und Tassen aus Gold und Bernstein. Sie stammen aus dem 8. – 9. Jh. vor Chr.

Die Bischofs Basilika

Ein anderer Schauplatz und ebenso sensationell! Die Bischofs Basilika ist eine frühchristliche Basilika aus dem 4. Jh. Das Beeindruckendste daran sind die großflächigen Boden-Mosaike, die eine Fläche von fast 2.000 m2 umfassen.

Sie sind farbenprächtig, voller Symbole und schöner Muster. Es handelt sich dabei um ein Museums-Projekt von internationaler Bedeutung. Es beruht auf einer Zusammenarbeit der Stadt Plovdiv, dem Bulgarischen Kulturministeriums und der America for Bulgaria Foundation. Mit deren Unterstützung wird diese aufwendige Restaurierung der Mosaike und der Bau eines modernen Museums realisiert. Im Oktober 2019 soll es eröffnet werden.

Ich besichtigte noch vor deren Eröffnung die Baustelle und konnte mir einen ersten Eindruck verschaffen über die Dimensionen dieses visionären Vorhabens. Es wird an dieser Stelle ein modernes Museums-Center entstehen, das verschiedenste Ausstellungs-Möglichkeiten für ein Publikum aller Altersgruppen bieten wird.

Nicht weit von diesem Ort entfernt, es sind nur wenige Minuten Fußweg, kommt man zu einer weiteren, allerdings wesentlich kleineren Basilika aus der frühchristlichen Zeit. Sie stammt aus dem 5. – 6. Jh. Dort sind ebenfalls gut erhaltene Mosaike zu sehen.

What’s next? – Programm Plovdiv2019

Hier noch eine kleine Programm-Vorschau was in den kommenden Wochen, Monaten an Highlights und Events in Plovdiv2019 zu sehen sein werden: z.B. One Dance Week, Mood for Food, Love Swing Dance Festival, Urban Games, Plovdiv Jazz Fest, Travelling the World, Art of Germany, FilmGate BG u.v.m. – alle Veranstaltungen abrufbar im Programm Plovdiv2019.

Tipps für Essen, Trinken, Nächtigung

Dieses mal habe ich in einem neuen, stylish gestalteten Boutique-Hotel, ganz zentral an der Fussgängerzone, genächtigt. Von hier aus ist man mitten im Geschehen: die Altstadt, das Kapana-Viertel, das Amphitheater, Galerien und die genannten Museen sind bestens zu Fuß zu erreichen. Wer nicht viel Platz in einem Hotelzimmer braucht, gerne außerhalb frühstückt, der wird sich im Stay Hotel wohl fühlen.

Restaurant Central: von der Fußgängerzone steigt man beim „Together Logo“ (siehe Bild ganz unten) einige Stufen hinauf. Oben befindet sich dieses Restaurant mit innovativer bulgarischer Küche in stylishem Ambiente mit Loft-Charakter. (12 Otets Paysiy street).

Smokini Restaurant: es liegt parallel zur Fußgängerzone, nahe des Antiken Stadiums und dem Dzhumaya Park bei der Moschee (40, Otetz Paisii Str.). Es ist gemütlich im „Industrial-Vintage“ Style eingerichtet.

Ausgezeichnete mediterrane-leichte Küche habe ich auch im Restaurant Odeon genossen, in der Nähe der Basilika bzw. gleich neben dem Austrian Art Project Container.

Ausflugstipp – Weinberge, Weinverkostungen

Ein Ausflug in die Weinberge zahlt sich aus! Ich besuchte das Weingut Villa Yustina Winery. Es liegt bei Ustina, ca. 40 Min. Autofahrt von Plovidv entfernt in der schönen Hügellandschaft der Rhodopen.

Weinberge in der grünen Landschaft Bulgariens
Weinberge in der Hüggellandschaft der Rhodopen

Dort gibt es Weinverkostungen ausgezeichneter thrakischer Weine und gute Küche. Wer danach gerne länger in dieser idyllischen Gegend bleiben möchte, kann dort auch übernachten, es gibt einige Zimmer für Nächtigungsgäste.

Anreise nach Plovdiv

Viele Wege führen nach Plovdiv! Am einfachsten ist es per Flug. Von vielen europäischen Städten gibt es Direktverbindungen in die bulgarische Hauptstadt Sofia. Ich habe die Non-Stop Verbindung mit Austrian Airlines von Wien aus gewählt. In nur 1,5 Stunden erreichte ich Sofia. In Kürze wird es auch eine neue Flugverbindung mit Eurowings von mehreren deutschen und österreichischen Abflughäfen nach Sofia geben. Von dort aus fährt man entweder mit dem Auto in knapp 2 Stunden Fahrzeit, die vorwiegend über die Schnellstraße/Autobahn führt, nach Plovdiv. Es gibt auch sehr gute Bus-Verbindungen mehrmals täglich. Auch mit dem komfortablen Flixbus kann man von vielen deutschen und österreichischen Städten aus wie z.B. von Wien aus direkt nach Plovdiv fahren.

Spar Tipp - Plovdiv Tour
Jeden Tag gibt es eine kostenlose Plovdiv-Tour. In einer 2-stündigen geführten Tour geht es zu den wichtigsten Stationen der Altstadt: vom Mai bis September um 11:00 und um 18:00, vom Oktober bis April um 14:00. Treffpunkt: vor der Town Hall, Stefan Stambolov sqr.

Mehr Beiträge mit Tipps zu Plovdiv

In diesem Beitrag erzähle ich eine besondere Geschichte von Plovdiv! Es ist die Geschichte eines der schönsten Altstadt-Häuser, das Hindliyan House und wie ich dort für eine „Homestory“ meinen bulgarischen Blog-Fan Mariya traf, lies diese ungewöhnliche Story https://travelcontinent.at/plovdiv-homestory-zu-gast-im-hindliyan-house/

Mehr über das zauberhafte Plovdiv! Hier findest du noch weitere Tipps: https://travelcontinent.at/kulturhauptstadt-plovdiv-2019-eroeffnung/ und https://travelcontinent.at/plovdiv-altstadt-mit-flair-tipps/

Schrift TOGETHER in Plovdiv
bye bye Plovdiv #together

Text und Fotos, Copyright Sissi Munz, Beitragsbild lizenzfrei Pixabay

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Comments

  1. Silvia Vatchkova sagt:

    Bravo, bravo!
    Ich, als langjaehrige Filmredakreurin im Tourismusbereich, endecke immer in deinen Reportagen etwas Neues und so interessant angeboten! Danke!

    1. Sissi Munz sagt:

      Was für ein Kompliment, liebe Silvia! Das von so einem Profi zu hören, ist eine echte Auszeichnung für mich, herzlichen Dank! lg Sissi

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