Bulgarien ist ein Land reich an alter Zivilisation und Kultur
Bulgarien ist ein überraschend vielfältiges Reiseziel für Kulturliebhaber: von der historischen Hauptstadt Sofia über die mittelalterliche Festung Tsarevets in Veliko Tarnovo bis zu den duftenden Rosenfeldern von Kazanlak. Diese kompakte Bulgarien-Kulturreise zeigt die wichtigsten Stationen, lokale Traditionen und praktische Tipps für eine sechstägige Entdeckungstour.
Bulgarien: Kurzüberblick Highlights
- Bulgarien ist reich an alter Zivilisation und Kultur mit Einflüssen von Thraker, Römer und Byzantinern.
- Die Kulturreise bietet eine Rundreise durch Bulgarien, beginnend in Sofia und beinhaltet die Kleinstadt Veliko Tarnovo.
- Besucher erkunden beeindruckende Architektur in Arbanassi und lernen über das traditionelle bulgarische Leben im Ethnographischen Komplex Etara.
- Das Tal der Rosen ist bekannt für seine Rosenernte und antike Grabhügel aus der Thrakerzeit, die zur UNESCO-Kulturstätte gehören.
- Die Reise zeigt die Vielfalt und Schönheit Bulgariens und ist ein unvergessliches Erlebnis für Kulturliebhaber.
Bulgarien Kulturreise: Route und Höhepunkte
Völker wie Thraker, Römer, Byzantiner und Protobulgaren zeugen von kultureller Vielfalt im Laufe von mehr als zweieinhalb Jahrtausenden. Das heutige Staatsgebiet von Bulgarien befindet sich in Südosteuropa, im Nordosten der Balkanhalbinsel gelegen. – Seit dem frühesten Altertum war das Land besiedelt und das heutige Territorium von Bulgarien birgt die Wiege einiger der ältesten Zivilisationen Europas. Die Lebensweise und Kultur der bulgarischen Nation haben sich im Laufe von Jahrtausenden geformt, nicht zuletzt durch die strategische Lage zwischen Europa und Asien.
Tag 1-2: Sofia als Ausgangspunkt
Sofia ist ein idealer Startpunkt: die Alexander‑Newski‑Kathedrale, das Nationale Archäologische Museum und die römischen Ruinen im Stadtzentrum geben einen schnellen Überblick über Bulgariens wechselvolle Geschichte.
Frühmorgens am nächsten Tag folgten wir unserer ausgezeichnet deutsch-sprechenden Fremdenführerin Snezana, verstauten unser Reisegepäck in dem bereitgestellten Mini-Van und los gings Richtung Osten in die ca. 240 km entfernt gelegene erste Destination unserer Bulgarien-Rundreise.
Tag 3: Veliko Tarnovo und Tsarevets
Veliko Tarnovo, die einstige Hauptstadt des Zweiten Bulgarischen Reichs, beeindruckt mit der mittelalterlichen Burg Tsarevets und verwinkelten Kopfstein‑Gassen. Ein Spaziergang durch die Handwerkerstraße Samovodska charshiya vermittelt lebendige Einblicke in traditionelle Handwerkskunst und lokale Souvenirs. Ideal für Reisende, die historische Sehenswürdigkeiten und authentische Kultur kombinieren möchten.
Veliko Tarnovo ist eine der ältesten Städte in Bulgarien. Sie schmiegt sich an Hügeln entlang mit Blick hinunter zum Fluss Yantra.
Das bedeutendste Kulturdenkmal der Stadt ist die mittelalterliche Burg Tsarevets, die sich auf dem gleichnamigen Hügel befindet, umgeben von einer Festungsmauer mit Türmen. Daneben liegt ein weiterer historischer Hügel, der Trapezitsa, auf dem nach wie vor archäologische Ausgrabungen interessante Entdeckungen zu Tage bringen. Die Architektur der Altstadt mit seinen kopfsteinbepflasterten Gassen versetzt Besucher in die Vergangenheit: wenn man durch die Handwerkerstraße Samovodska charshiya entlang schlendert, erlebt man die besondere Atmosphäre vergangener Zeit – eine bunte Mischung aus alten Handwerkstätten wie Silberschmieden, Keramikern, Souvenirläden und kleinen Galerien.
Am Abend hielten unsere Gastgeber eine tolle Überraschung für uns bereit – eine audiovisuelle „Klang und Licht“-Show über dem nächtlichen Himmel der Stadt. Mit 2400 auf dem Tsarevits-Hügel installierten Scheinwerfern, Musik, Glockenklängen und Lasern wird touristischen Besuchern mit diesem eindrucksvollen Spektakel die Geschichte Bulgariens gezeigt.
Tag 4: Arbanassi – Architektur und Kirchenkunst
Nur ca. 6 Kilometer von Veliko Tarnovo liegt Arbanassi, ein Architekturreservat mit reich verzierten Kirchen und traditionellen Steinhäusern. Die Innenhöfe, Holzschnitzereien und Ikonostasen sind perfekte Motive für Kultur‑ und Fotoreisende. Beeindruckend sind Architektur-Denkmäler aus der Zeit der bulgarischen Wiedergeburt. Die zweistöckigen Häuser sind in ihrer Bauweise einzigartig: Sie sind aus massiven Steinen gebaut, von hohen Mauern umgeben und nur durch schwere Eichentore zugänglich. Die Innenräume haben vielfältige Dekorationen und Holzschnitzereien. Ihre malerischen Innenhöfe mit Brunnen und Blumen bieten ein Bild der Idylle.
Eher äußerlich unscheinbar sind die alten Kirchen und 109 Klöster in das dörfliche Erscheinungsbild eingebettet. Sie sind jedoch sakrale Denkmäler von großem kultur-historischen Wert, bemerkenswert durch reiche Verzierungen, Wandmalereien, Holzschnitzereien und feinen Ikonostasen. Der älteste Arbanassi-Tempel ist die „Kirche Christi Geburt“ aus der Zeit Ende des 16.-17. Jhdt. Die zwei Klöster jeweils an den entgegengesetzten Enden des Dorfes „Maria Himmelfahrt“ und „Hl. Nikolaus“ wurden nach der osmanischen Fremdherrschaft zerstört und später wieder aufgebaut. Nach einem eindrucksvollen langen Besichtigungstag übernachteten wir in einem der zahlreichen kleineren Hotels in der Altstadt.Und schon am nächsten Morgen fahren wir weiter Richtung Süden.
Tag 5: Freilichtmuseum Etara und Shipka Pass
Auf dem Weg in Richtung der Stadt Gabrovo machen wir Station im ethnographischen Komplex Etara, einem interessanten Freilichtmuseum. Dort kann man die Architektur, die alten Gewerbe, die traditionelle Hausaustattung und Küche sowie die Bekleidung der Region während des 18.-19. Jahrhunderts bestaunen. Traditionelle Brunnen-Anlagen, Geräte und Gebäude vermitteln dem Besucher ein anschauliches Bild über das Alltagsleben der damaligen Zeit.
Wir passieren den 1.326 m hohen Shipka-Pass des Balkangebirges. Der dicke November-Nebel ermöglicht uns leider keinen Panoramablick vom höchsten Punkt aus. Auch das Monumental-Denkmal zum Gedächtnis der Gefallenen der großen Verteidigungsschlachten, zu dem insgesamt 890 Treppenstufen hinaufführen, war bei schlechter Sicht nicht zu besteigen.
Stattdessen machten wir Halt bei der im Jahre 1902 erbauten russisch-orthodoxen „Christi Geburt“ Gedächtniskirche. Oben auf dem Berg gelegen, kann man sie mit ihren goldenen Kuppeln noch weit unten vom Rosental aus sehen.
Tag 6: Kazanlak und Tal der Rosen
Weiter den Pass hinunter tut sich eine weite Ebene auf, die Umgebung der Stadt Kazanlak, auchbekannt als das Tal der Rosen. Es ist jährlich ein großes, traditionelles Fest, wenn zu Beginn des Monats Juni in diesem Tal die Rosen geerntet werden. Die Herstellung des kostbaren Rosenöls zählt zu den ältesten Gewerben der Bulgaren und wegen ihrer großen traditionellen Bedeutung ist die Rose das Wahrzeichen von Bulgarien.
Das Landschaftsbild ist nicht nur geprägt vom Anbau der Rosen, sondern auch von zahlreichen Grabhügeln, die aus der antiken Zeit der Thraker stammen. Aus dieser Epoche gibt es einige erforschte vorchristliche Grabmale, Kultstätten und Schätze. Im Jahr 1993 wurde ein ganzer Grabstätten-Komplex gefunden, der aus der Mitte des 4. Jahrhunderts v. Chr. stammt und in die Liste der UNESCO-Kulturstätten aufgenommen wurde.
Bei einer Rundführung gelangen wir in das innere einiger für Besucher zugängliche Grabhügel, in denen sich die Grabkammern befinden; sie sind aus monolithischen Granitblöcken gebaut und mit noch teilweise erhaltenen feinen Wandmalereien versehen. Durchaus besichtigenswert ist in der Stadt Kazanlak die Kopie eines thrakischen Grabhügels mit dem angeschlossenen Museum, in dem beeindruckende Schätze ausgestellt sind.
Ich bin oft durch Bulgarien gereist und war in verschiedenen Regionen unterwegs. Überall bin ich auf großartige kulturelle Schätze gestoßen. Es ist ein faszinierendes Land.
Praktische Tipps, Anreise, Unterkunft, Reisezeit
- Beste Reisezeit: Mai–Juni und September für angenehmes Wetter; Anfang Juni für das Rosenfest.
- Mobilität: Mietwagen empfohlen für maximale Flexibilität; Zug‑ und Busverbindungen sind vorhanden, aber langsamer.
- Unterkunft: In Veliko Tarnovo Boutique‑Pensionen in der Altstadt; in Kazanlak kleine Gästehäuser nahe den Rosenfeldern.
Finde noch mehr Berichte über Sehenswürdigkeiten und Kultur-Schätze auf meinem Blog, schau hinein in diese Kulturreise-Beitrag mit vielen Tipps: Sofia Sehenswürdigkeiten, Top Tipps und weiterführende Reiseberichte mit den besten Tipps zum Entdecken:
Infos über Bulgarien und die schönsten Reiseziele findest du auf der offiziellen Website von Bulgarien Tourismus.
Hinweis: Dieser Bulgarien Kulturreise-Beitrag enthält praktische Reisetipps und persönliche Empfehlungen. Bitte prüfe aktuelle Öffnungszeiten und lokale Hinweise vor der Reiseplanung.
Offenlegung: diese Reise wurde dankenswerterweise von Bulgarien Tourismus zur Verfügung gestellt.
❓FAQ
Empfehlung: 5–7 Tage, Start in Sofia, Stationen: Veliko Tarnovo, Arbanassi, Etara, Kazanlak.
Anfang Juni während der Rosenernte und des traditionellen Festes.
Tsarevets Burg, Samovodska charshiya, Etara Freilichtmuseum, thrakische Grabhügel im Tal der Rosen.
Text und Fotos, Bulgarien Kulturreise © Sissi Munz (pub. 2014)
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