Marokkanische Küche, kulinarische Genüsse!

14:00 | | Comments 2

Ein Fest der Sinne – das ist die marokkanische Küche. Ein Einblick in die genussvolle Speisenwelt des Maghreb.

Marokkanische Küche

Im Laufe meiner zahlreichen Aufenthalte in Marokko habe ich mich durch die traditionellen Speisen und Köstlichkeiten gegessen. Was die Küche des „Maghreb“ (der Westen Nordafrikas) ausmacht, das habe ich in diesem kleinen kulinarischen „Genussführer“ zusammengefasst.

Marokkanische Küche

Frau beim Essen vor einem vollen Teller sitzend, Marokkanische Küche - GenussführerIch habe in Marokko bei den Frauen der Familie immer neugierig in die Kochtöpfe geschaut. Wenn ich dann nach Hause zurückgekehrt bin, habe ich leidenschaftlich gerne manche Gerichte nach gekocht.

Viele Zutaten für die authentische Küche gibt es mittlerweile auch bei uns in gut sortierten Supermärkten, Feinkostläden oder natürlich auch auf Märkten.

Die Ursprünge der marokkanischen Küche liegen in der Kultur der heimischen Berber. Ihre einfachen traditionellen Gerichte bereiten sie auch heute noch auf dem Holzkohlen-Feuer zu. Je nachdem was die Jahreszeit oder das Feld gerade hergibt, werden die Gerichte mit vielen aromatischen Gewürzen zubereitet.

 

Frau mit Kind vor Marktstand, Marokkanische Küche - Genussführer

Marktstand mit Nüssen und Trockenfrüchten im Souk von Marrakech

Gewürze und Kräuter-Vielfalt

Frische Gewürze bei den Gewürzhändlern im Souk der Medina (Altstadt) einzukaufen ist aufregend und ein wahres Fest der Sinne! Die intensiv duftenden Gewürze werden meist in großen, offenen Jute-Säcken gelagert. Aufregende Düfte steigen einem in die Nase auf und die leuchtenden Farben der Gewürze begeistern mich stets: Kurkuma, Ingwer, Kardamom, Camon, Paprikapulver, Zimt, Safran und spezielle orientalische Gewürzmischungen wie Ras el-Hanout. Diese Mischung kann aus mehr als ein Dutzend verschiedenen Gewürzen bestehen. Frische Petersilie, Koriander und Minze sind die beliebtesten Kräuter und werden großzügigst verwendet.

Die Tajine

Ein wichtiges Kochgerät ist die Tajine. Das ist ein Ton-Gefäß mit einem kegelförmigen Deckel. Durch den Dampf wird das Gericht im eigenen Saft langsam geschmort. Alles was darin gekocht wird, ob mit oder ohne Fleisch, nennt man als Gericht ebenfalls Tajine. Alles schmeckt sehr herzhaft. Oben im Beitragsbild ist ein Tagine-Gericht mit Kichererbsen und Gemüse zu sehen.
Und so sieht es in einer Restaurant-Küche aus, wo mehrere Tagines gleichzeitig für die Gäste vorbereitet werden …

 

Tajine Zubereitung für Marokkanische Küche - Genussführer

marokkanische Küche eines Restaurants

 

Schaschlik

Beliebt sind auch Schaschlik-Spießchen mit gegrilltem Fleisch (Rind, Lamm, Huhn). Fleisch ist grundsätzlich mehr Freitagen und Feiertagen vorbehalten. Wie man auf dem Foto unten sieht, wird das Fleisch nach dem Schlachten auch mal oben am Dach auf der Wäscheleine aufgehängt. Neben der Satelliten-Schüssel trocknen Wäsche und Fleischstücke recht gut in der Sonne – praktisch halt! …

Fleisch-Trockung auf dem Dach, Marokkanische Küche - Genussführer

Fische und Salate

An der Küste liebt man natürlich Fisch ganz besonders. Das Küstengebiet erstreckt sich über 3500 km. Von der algerischen Küche bis nach Mauretanien zieht sich der Küstenstreifen. Marokko verfügt über großen Fischreichtum. Sardinen, Rotbarsch, Brassen, Barsche und Meeresfrüchte aller Art sind besonders in diesen Regionen ein wesentlicher Bestandteil des traditionellen Speiseplans. Ob aus dem Atlantik oder aus dem Mittelmeer, am liebsten werden sie in der marokkanischen Küche gegrillt verspeist …

gegrillte Fische auf dem Teller, Marokkanische Küche, kulinarische Genüsse

 

Salate sind immer frisch und fruchtig. Gerne werden auch selbstgemachte Mixed Pickles oder eingelegte Zitronen als Garnierung verwendet. Im Süden von Marokko gibt man auch Blutorangen (bei uns als Navel-Blutorangen bekannt) oder Orangenblütenwasser dazu. Der Saft beruhigt den Geist und Gaumen, sagt man und gibt jedemfalls dem Gericht eine besondere Note…

 

Frischer Salat mit Zitrone, Marokkanische Küche - Genussführer

Couscous, das Nationalgericht

Was für die Italiener die Pasta, das ist für die Marokkaner das Couscous. Diese Speise besitzt sozusagen nationalen Charakter. Man kann vielleicht auch sagen, die Qualität der marokkanischen Hausfrau lässt sich an der Qualität ihrer Couscous Zubereitung messen (so sagt man jedenfalls in Marokko). Es gibt unzählige Varianten dieses Gericht aus Hartweizen- Gersten- oder Maisgries zuzubereiten. Dazu verwendet man einen speziellen hohen Topf mit einem Sieb-Aufsatz zum Dämpfen, einen sogenannten „Couscousier“. Ob mit Fleisch, Geflügel, Fisch oder nur mit Gemüse zubereitet, das Couscous ist ein echtes Festtagsessen. Es wird in einer großen flachen Schüssel serviert. Sie wird dann in die Mitte des typischen, runden und niedrigen Esstisches gestellt. Daraus essen dann alle gemeinsam.

Leckereien schmeicheln dem Gaumen

Die marokkanische Küche wartet mit besonders süßen Nachspeisen auf. Diese gibt es vorallem bei Familienfeiern und Festen. Dann bestellt man entweder süße Verführungen beim Konditor oder die Frauen backen sie selbst. Für süße Deserts werden gerne Nüsse, Mandeln, Datteln und Honig verwendet. Ein herrliches Aroma verleihen Rosen- und Orangenblütenwasser. Meine Lieblings-Leckerei gibt es nur an besonderen Festtagen. Es sind die Gazellenhörnchen, eine halbmondförmige Mandelbäckerei, einfach unwiderstehlich!

 

Gazellenhörnchen aus der Marokkanische Küche, kulinarische Genüsse

Im Fastenmonat Ramadan stehen die orientalischen Süßigkeiten an oberster Stelle. Wie bei uns in der Vorweihnachtszeit backen die marokkanischen Hausfrauen für ihre Festtage was das Zeug hält! In den Süßwaren-Läden in den Souks stapeln sich die Schüsseln und Tabletts, voll mit köstlichen Spezialitäten …

 

Ramadan Süßigkeiten, Marokkanische Küche - Genussführer

Whisky Marocain und Mandelmilch

Zum Abschluss eines Essens oder für eine ruhige Pause darf ein Thé à la menthe (Minze-Tee) nicht fehlen. Ein grüner Tee mit viel frischer Minze und Zucker (vom Zuckerhut abgeschlagen) zubereitet. Aus der bauchigen Silber-Kanne, „berrad“ genannt, wird er in die bunt bemalten Teegläser gefüllt.

marokkanischer Berber trinkt Tee

Teegenuß, kulinarische Entdeckungsreise Marokko

 

Serviert wird er auf einem dreibeinigen Silber-Tablett, das „siniye“ genannt wird. Der Tee muss mehrmals aufgegossen werden. Er wird warm getrunken, am besten ist er bei großer Hitze. Das Tee-Trinken ist vor allem eine soziale Angelegenheit, die verbindet. Daher wird er jedem Gast gereicht. Übrigens bezeichnen die Einheimischen ihr Lieblingsgetränk gerne als „Whisky Marocain“.

Ein anderes beliebtes Getränk um einen Gast willkommen zu heißen, ist die Mandelmilch. Sie wird mit Orangenblütenwasser aromatisiert und ist an heißen Tagen sehr erfrischend. Hier das Rezept für die Zubereitung.

 

bunte Teegläser auf einem Tablett

farbenfrohe Teegläser auf dem Silbertablett

Die Kultur des Essens – Tisch-Manieren

Fremde Länder, fremde Sitten! So gibt es auch in Marokko beim Essen einiges zu beachten. Gegessen wird nicht mit Besteck, sondern ausschließlich mit der rechten Hand. Die linke Hand gilt in der muslimischen Kultur als unrein und ist daher tabu! Zum Essen gibt’s frisch gebackenes Brot, das nicht nur eine wichtige Beilage ist, sondern auch zur Aufnahme der Speisen mit der Hand dient. Nur für Couscous kann man als Nicht-Marokkaner einen Suppenlöffel zu Hilfe nehmen. Eine besonders nette Geste für den Gast: die Gastgeber werden ihrem Gast immer „die besten Stückchen“ Fleisch u.a. zu seinem Teller oder Platz hinschieben. Da sagt man natürlich nicht nein!

Festessen, „diffa“ gennannt, spielen in Marokko eine große Rolle. Ganz gleich, ob es sich um ein religiöses Fest oder um eine Familienfeier handelt. Feste sind ein Anlass, alle Familienmitlgieder und Gäste an einem Tisch zu versammeln, gemeinsam ausgiebig zu essen und zu plaudern. Ist man als Gast eingeladen, so wird einem die Familie alles aufwarten was sie zu bieten hat, auch wenn sie arm ist. Es ist also eine Frage des Anstands, dass man dementsprechenden Respekt zeigt. So kann man zumindest die guten Speisen würdigen und als Gast bringt man vielleicht ein kleines Gastgeschenk mit.

Bismillah!

Das sagt man in Marokko traditionell zum Beginn einer jeden Mahlzeit. Ein „Bismillah“ vor dem Essen – dann wird es auch auf der Urlaubsreise gut schmecken. – Das Mahl ist übrigens dann beendet, wenn alle satt sind und der Gastgeber „Hamdullilah“ (Gott sei Dank) gesprochen hat.

Erfahre mehr über Marokko

Interesierst du dich für das faszinierende Land Marokko? Hier findest du viele Reisetipps zu den schönsten Regionen und Städten des Landes.

Marokko; Land voller Geheimnisse und Magie

Asilah; charmanter Küstenort in Marokko

Fès el bali; spirituelle Stadt Marokkos

Infos über das Tourismusland Marokko gibt es auf der offiziellen Tourismus-Website des Marokkanischen Fremdenverkehrsamtes.

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Canva: so gut isst Marokko

Text und Fotos für Marokkanische Küche ©Sissi Munz

Comments

  1. Bettina sagt:

    Hi, ich liebe orientalische Speisen! Danke für deine Tipps, besonders für „Tisch-Manieren“, davon hatte ich keine Ahnung! Sehr hilfreich jedenfalls, so bin ich für meine Reise schon bestens vorbereitet. liebe Grüße Bettina

    1. Das freut mich zu hören! Da wünsche ich dir jedenfalls viel Genuss bei deiner Reise. lg Sissi

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